14. Juni 2012

Erdbeer-Wurstbohnen-Kartoffeln

Gestern hab ich Wulfhild zum Mofaclub geschickt und ihr noch einen Zehner für's Kino hinterher zugesteckt, damit ich in der Küche ein Potpourri des guten Geschmacks explodieren lassen konnte. Denn dazu ab ich endlich wieder große Lust. Wer auf Instagram "catibasmati" folgt, der hat das gestern ja schon verfolgen können, für alle anderen und die immer noch Hungrigen gibt es die Fotos dazu jetzt hier. Puha.

Ab und an wird man ja zu einer Art Lebensmittelverwertestelle umfunktioniert, nämlich immer dann, wenn Freunde spontan in Urlaub fahren und noch das ein oder andere verderbliche Lebensmittel vor dem Verfall retten möchten. So auch gestern, als ich mich plötzlich in Besitz einer Schale Erdbeeren befand. Die ja angeblich gar keine Beeren sind, aber wir wollen mal nicht so sein.


Ich hab dann mal auf gut Glück losgeschnippelt.


Und weil mein Hörbuch gerade zu Ende war und ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte, erinnerte ich mich an das Sweet Paul Magazin, das sich neulich in meine Tasche geschummelt hatte. Das hatte mich zwar nicht so umgehauen, wie es in höchsten Tönen in Kleinbloggershausen gelobt worden war, aber ich erinnerte mich. Da war doch was. Und richtig, da war was. Mit Erdbeeren. Und so zwang der gute Paul mich also, Erdbeer Cupcakes zu machen. Frecher Typ.



Weil nach dem Mofaclub ja noch Kino angesagt war bei Wulfhild, konnte ich mich dann voll und ganz auf was Herzhaftes konzentrieren. Ich hatte in irgendeiner Zeitung mal eine Beilage über Bohnen gefunden und diese im ramponierten blauen Schnellhefter aufbewahrt. Weil man ein gutes Bohnenrezept ja immer mal brauchen kann. Gestern war dann nach gefühlten 18 Jahren das erste Rezept davon dran. Irgendwann braucht man die Rezepte alle mal, ich sag's ja immer.

Erst wurden Chorizo- und Salchichascheiben angebraten und beseitegestellt. In einem großen Topf vergnügten sich dann Zwiebeln mit Olivenöl, wurden mit passierten Tomaten abgelöscht, das ganze aufgekocht und mit weißen Riesenbohnen vermählt. Nach 5 Minuten lustigen Köchelns kamen dann die Wurstscheiben rein und voilà: Soulfood. Sieht gar nicht lecker aus, schmeckt aber wie der Himmel auf Erden. Manchmal muss das so sein. Weil die Würste übrigens so viel Fett auslassen beim Braten, hab ich noch ein paar Brotscheiben darin angeröstet und mich ein wenig wie Jamie Oliver gefühlt. Nur Parmesam kam nicht zum Einsatz. Auch ein Leckerschmecker und ganz versprochen ohne Kalorien. War ja keine Wurst auf dem Brot.


Was ich aber eigentlich dazu servieren wollte, weil das neulich bei Nicole so lecker ausgesehen hatte, waren diese hübschen gebackenen Kartoffeln. Das wäre eine wirklich doofe Kombination gewesen, das muss ich im Nachhinein zugeben, da die Kartoffeln in ihrer rosmarinlastigen Kräuterolivenölsuhle so geschmacksintensiv waren, dass die ebenso geschmacksintensiven Wurstbohnen einen erbitterten Krieg heraufbeschworen hätten, um einen geschmacklichen Sieger zu küren. Randale in der Küche will doch niemand. Deswegen gab es die Kartoffeln hinterher. Und den Rest heute, als ich den orientalischen Nudelsalat schnitzelte, von dem ich ein anderes Mal berichten werde.


Hungrig? Ich jetzt schon. Gut, dass noch Cupcakes da sind. Und Kaffee.

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