2. Juli 2012

Eine Brioche mit Namen Hulk

Da dachte sich die gute Frau Basmati, dass es doch mal Zeit sein könnte, ein Brioche zu backen. Kann ja nicht so schwer sein. Hefeteig kann ich ja. Den Briocheplan gab es schon vor den Dinkelbuttermilchbrötchen, die es inzwischen aber schon das zweite Mal gab. Der/die/das/demsein Brioche aber noch nicht. Unfair, Frankreich, ich weiß. Entschuldigung.

Vorgestern also mal dran gedacht, den Hefeteig anzusetzen. Das lief nicht so gut, das gebe ich zu. Es war schon ein bisschen spät. Es geschah in einer Werbepause. Viel Liebe war nicht dabei. Wieder unfair, wieder entschuldige bitte, Frankreich.

Ich schiebe die Schuld mal auf das Rezept.

Erstens war das Rezept für süßes Brioche mit ohne alles drin ein Ableger einer herzhaften Variante mit viel Gemüse und Speck und hatte noch nicht mal ein Bild. Rezepte ohne Bild mag ich nicht.

Zweitens sollte ich kalte Butter in Stücke schneiden und dann so lange einarbeiten, dass die Butter nur noch in kleinen Stücken existiert. Kann mir jemand diesen Schritt erklären? Knethaken? Fäuste? Wäre es an dieser Stelle lebensnotwendig, eine Küchenmaschine zu besitzen? Vorallem, da mein Handrührgerät nun auch innen mit bergbegeistertem Teig kontaminiert ist? Ich denke schon.

Also hab ich mit Fäusten mein bestes getan, die Methode ist Euch ja seit den Dinkeldingensen bestens bekannt. Ob das richtig war, weiß ich nicht.

Dann sollte der Teig in den Kühlschrank. Das finde ich unfair, diesmal allerdings den Hefetierchen gegenüber, Frankreich kann sich hier mal hinten anstellen. Eine Stunde lang haben meine Hefetierchen dann angsterfüllt das kühle Dunkel kommen sehen und sich zitternd aneinandergeschmiegt, anstatt hübsch Abstand voneinander zu nehmen und den Teig somit zu vergrößern. Nun gut, kann auch am Alter der Hefetierchen gelegen haben. Jung und agil waren die nunmal einfach nicht.

Im Kühlschrank passierte dann nichts. Es kann natürlich sein, dass die Hefetierchen eine wilde Party gefeiert haben, während ich seelig schlummerte und von dem perfekten Brioche zum Café au lait träumte. Um dann höflich wieder aufzuräumen und alles in den Originalzustand zurückzuversetzen, bevor ich die Kühlschranktür öffne. Über Höflichkeit muss ich mit denen noch mal reden.

Der Teig wurde dann nochmal von mir durchgeknetet und galant in die Sonne gestellt, für die letzte Viertelstunde vor dem Backofen. Wieder passierte nichts, sah aber hübsch aus unterm Geschirrtuch im Sonnenschein.

Die Backzeit war ein Experiment, da das Rezept mit dem ganzen herzhaften Schnickschnack vorsah, dass ich den Teig in zwölf Muffinlöcherchen stecke. Aber ich wollte ja einen großen Klumpatsch.

Heraus kam ein recht kompaktes, aber überraschend leckeres Klötzchen. Ich habe es Hulk getauft. Der ist ja auch ein bisschen schwerer.


Die Kruste ist äußerst lecker, wenn auch ein wenig trocken geraten. Gut zu tunken war sie trotzdem.


Hübsch, gell?




 
Die nächsten Scheiben gab es im Park. Mit Sonnenschein und Wulfhild.


Innen ist es ein wenig "streifig", wenn Ihr versteht, was ich meine. Beim Auseinanderziehen zum in den Café tunken fühlt es sich an, als wäre die Scheibe aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt. Vorgefertigte Stücke brechen an gut gekennzeichneten Sollbruchstellen ab...


Beim nächsten Mal: frische Hefe. Und was muss ich noch beachten bei der/die/das/demsein Brioche?

Und da ich anscheinend gerne Brot backe: könnt Ihr mir ein gutes Brotrezeptbuch empfehlen? Hübsch sollte es sein, nicht abgehoben und nett geschrieben. Und ich erinnere gerne: Rezepte ohne Bilder mag ich nicht.

Kommentare:

  1. Während das Schwesterherz letztens sagte "Hefeteig ist mein Lieblingsteig" (um dann entsetzt zu sagen "ich habe einen Lieblingsteig?!?"), finde ich ihn ja nicht so dolle und bekomm das nie hin. Also, keine Tipps, aber: ich LIEBE Brioche, das ist doch schon mal was, oder?
    Liebe Grüße!

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  2. wir haben ja dieses. hat seinerzeit backwahn ausgeloest. meine erfahrung ist, dass man auch mal 100g mehl mehr nehmen muss, um einen gleichwie gearteten teig zu erhalten, doch das buch ist so schoen, dass man ohne weiteres darueber hinweg sieht, dass die rezepte nur bedingt funktionieren.

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    1. Ha, das hatte ich schon ins Auge gefasst :-) funktionieren die Rezepte wirklich nicht?

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  3. Hefeteig ist auch mein Liebster! Auch für Kuchen...so Saftig, dazu Äpfel, Marzipan, Butter, Zimt und Kardamomm :D
    Immer frische Hefe wenns geht, notfalls geht Trockenhefe auch, dann einfach wie frische Hefe behandeln (in warmer Milch auflösen, bisschen Zucker zu, als Nahrung für die Hefetierchen, gehen lassen)
    Hefeteig geht eigentlich gut im Kühlschrank, dann den Tierchen 12 Std Zeit geben, wer arbeitet schon gerne hart in dunkler Kälte!
    Bücher hab ich zuviele :) Leila Lindholm hat zum beispiel schöne Brotrezepte! Beide Backbücher sind mega schön aufgemacht! Ansonsten "Brot backen" von GU oder "Knusprig, frisch und Köstlich" von Sabine Kählau.
    Probiers weiterhin! Viel Erfolg!
    LG Yvonne

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    1. Die gucke ich mir direkt mal an... Danke!

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  4. Brioches, die Hulk heißen können nur gut sein!

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  5. Wenn du so gerne Hefeteig machst und die Hefeparty dann auch noch in den Kühlschrank verlegen willst, versuch mal das hier:

    http://tortentante.blogspot.de/2011/09/rosinenbrotchen-besser-als-vom-backer.html?m=1

    Die gibts bei uns quasi wöchentlich.

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  6. Der/die/das is aber echt hübsch. Und einen netten Namen hat er/sie/es auch. Schade, dass er/sie/es jetzt weg ist.

    Und ja, is ne Lichterkette. Die is sooo hübsch, gell, ich guck sie immer mal wieder einfach ein paar Minuten an und freu mich still und leise.

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  7. Cati, das mit dem Hefeteig ist wirklich manchmal keine Gramm-Sache.
    Je nach Tages-Luftfeuchtigkeit (und wohl auch Mond-Phase - ;-) augenroll !) kann da wirklich schon mal mehr oder weniger Mehl noetig sein.
    Aber man kriegt Erfahrung, welche Konsistenz man fuer was braucht bzw. verwenden kann. Formlos ist eben von Beginn weniger feucht zu machen, als wenn's in irgendwelche Formen kommt.
    Ausserdem spielt das Tod-Arbeiten oder das NICHT-Tod-Arbeiten wohl eine grosse Rolle; da bin ich aber selbst auch noch etwas am Tuefteln.
    In generell antworte ich auf die Frage von 'wann ist er wenigstens ausreichend bearbeitet' immer "wenn er nicht mehr mit dir spielen mag, d.h., ueberall kleben bleibt, sondern ein wenig sich wie ein zurueckspringendes Gummiband verhaelt."
    Ruehrkuchen dafuer: 3 Min. Hoechststufe schlagen, macht mehr 'Shop-flauschig'. Die Bindemolekuele der Eier sind dann wohl 'tod' und geben auf, sich aneinander fest zu halten! ;-) Umgekehrt dann: unter 3 Min. Ruehren ergibt sog. 'solideren normal Haushaltskuchen. Ist logsich: Hausfrauen haben meeeehr zu tun als sich nur um chice Kuchen zu bemuehen ;-) !
    Ach ja, und wenn man das 'Aufgehen und Zusammen-Schlagen-Spielchen' ein paar mal macht, so scheint man damit nicht nur den Hefe-Gestank aus dem Backwerk zu kriegen, sonder auch viiiel feinere Poren. D.h.: willst Du 'grosse Loecher', dann nur bis max. 2 x !
    Also dann: viel Spass mit diesem kleinen Grundwissen - Du wirst (oder hast) das sicher bald 'ausgewachsen' ;-)

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    (kenne das 'der/die/das' gesammelte Werke angewandt auch von einer Geschichte welche in Holland sich abspielte. Nachdem die Hollaender ja ziemlich gut mit der deutschen Sprache sind, weichen sie aber logischerweise gerne der dazugehoerigen 'gender-Zuweisung' und/oder Gramatik aus. Bringt natuerlich immer maechtig Spass nebenbei!)

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