30. Juli 2012

Sommerurlaub ohne Sonne Teil 2: Nordsee

Nach dem Regen ist vor dem Regen. Befürchtete ich. Und dann war doch ein Tag Sonne. Den verbrachten wir auf der Autobahn. Yeah. Ich hab dann bei Ankunft an der Nordsee erstmal geschimpft. Das geht so nicht.


Da uns die Erfahrung klug gemacht hatte, rannten wir zum Strand, um das gute Wetter zu genießen. Wer weiß, wann es wieder kommt. Und stellten fest: die Menschen in Dorum sind entweder sehr ängstlich, was Sturmfluten angeht, oder auch aus Erfahrung klug. Auf jeden Fall weckte der Leuchtturmunterbau Urängste in mir.


Aus der Nähe betrachtet musste man aber gar nicht so ängstlich sein, denn da war gar nicht viel See an der Nordsee. Mogelpackung, aber mir soll es ja recht sein, so lange ich noch blauen Himmel auf beiden Seiten der Düne sehen kann.


Irgendwann kam dann doch das Meer in Sicht. Und die Spitze meines linken Schuhs, der sich auf der Bank am Wegesrand vom steilen Auf und Ab der Düne erholt.


Und kurz darauf dann endlich erste Vorboten auf feinen weißen Sandstrand. Nein, keine Makroaufnahme der feinen, weißen Sandkörner, sondern deren Standardprogramm für diejenigen, die weder Kurtaxe noch Eintritt zahlen wollten. Für die gab es groberen Sand.


Da wir aber Kurtaxe gezahlt hatten, durften wir bis ans Wasser und mussten nicht so weit weg parken wie diese Herrschaften mit ihrem Schiff.


 Zur Insel sind wir nicht raus, weil wir nicht sicher waren, ob wir das vor Einsetzen der Flut schaffen würden. Sicherheit statt Angst.


Stattdessen staunten wir über die von grober Selbstüberschätzung zeugende Hunderternummerierung der Strandkörbe. Denn Strand gab es gar nicht. Nur eine Mauer und dann Schlick. Viel Schlick.


Wie schon erwähnt: Schlick.


Neben wenig See, viel Schlick und einem Leuchtturm auf Stelzen haben die Menschen in Dorum auch komische Kalender. Da kommt nämlich Mai nach Juli. Zumindest haben wir das so verstanden. Mitgeboten haben wir nicht weil wir a) nicht mehr da waren und b) Angst hatten vor ebenso verwirrenden Konsequenzen unseres Tuns.


Am nächsten Tag gab es auch noch zwei Sonnenstunden nicht am Stück, die ich bestmöglich zu nutzen verstand. Dann wieder Regen.


Fazit: nach Dorum fahren wir nicht noch einmal. Das Ferienhaus war nicht gereinigt worden, das Meer war nie da, der Ort war wenig ansprechend und außerhalb des Wassers viel zu nass. Ausflüge ins Umland, nach Bremerhaven und Cuxhaven konnten bis auf das Auswandererhaus in Bremerhaven auch nicht überzeugen. Das ist allerdings auf jeden Fall eine Reise wert.




Kommentare:

  1. Ja, deutsche Nordsee - da muss man, glaub ich, echt Fan von sein. Mir ist die Ostsee lieber. Dafür habt ihr jetzt zu Hause bestimmt viel Sonne :-) lg

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  2. wir norddeutschen nennen das ja nicht düne sondern deich, nä-

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  3. Nordsee ist klasse im Winter,wirklich!

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