22. Oktober 2012

Paintball ohne T

Ich bin schon ziemlich erstaunt darüber, dass ich hier sitze und tippe, denn eigentlich sollte ich auf dem Bett liegen und jammern. Zum einen ist es noch viel zu früh am Morgen und der geek ist schon auf dem Weg nach weit weg, zum anderen habe ich ein bis achtzig blaue Flecke. Wir waren Paintball spielen.


Da ist schon der erste Fehler. Paintball spielt man nicht. Zumindest steht auf den Waffen Markierern laut und deutlich zu lesen This ist not a toy. Wäre auch zu schwer für Wulfhild, was nebenbei den leichten Muskelkater in meinem rechten Unterarm erklärt.

Fehler Nr. 2 ist das T in Paintball, denn die ein oder anderen Körperteile taten hinterher weh. Und das kam so.

Da sich der 25. Geburtstag ja mal wieder gejährt hatte, überreichte mir der geek zur Feier des Tages eine Tüte mit Riesen-M&Ms. Zumindest sehen die Paintballs so aus. Groß und gelb. Und wenn man eine Tüte davon hochhebt, dann hat man Glück wenn man kräftig zugepackt hat, denn sonst fallen sie einem auf den Fuß und brechen diesen, sie sind nämlich schwer. Ist aber zum Glück nicht passiert, denn statt der Tüte wurde nix überreicht, ich hatte schließlich schon im Vorfeld die Verzichtserklärung unterschrieben und freute mich schon seit Tagen wie Bolle.

Was zieh ich nur an?

Ich entschied mich für sportliche Jeans, Longsleeve mit Rollkragen und den hellen Fleecepulli den ich nie anziehe, denn das konnte alles dreckig werden. Was es dann auch tat.

Der Profi Vielspieler macht das anders. Der Vielspieler trägt ein sowohl farblich als auch im Muster zu seinem Marker passendes Schlabberoutfit, so als hätte er die Motorradkluft seines großen Bruders geborgt. Macht auch Sinn erklärte der Physiker an meiner Seite, da wegen der Luftschicht und dem Schlabber des Outfits an sich die verdammt harten Paintballs nicht so aufprallen wie bei, sagen wir mal, einem Longsleeve mit Rollkragen und dem hellen Fleecepulli den ich nie anziehe.

Da der Rest der Geburtstagsgesellschaft in atmungsaktiven Overalls schwitzte steckte, sahen die dann auch nicht so aus wie ich. Dafür sah man mich nicht quer über das ganze Spielfeld leuchten und ich schwitzte auch deutlich weniger. Man muss sich entscheiden im Leben.


Insgesamt gibt es mehrere dieser Ausblühungen, aber sie tun zum Glück beim Aufprall nicht so weh, wie die Flecken vermuten lassen, die kleinen Rotznasen von Paintballs. Ihr müsstet mal meine Gegner sehen, sage ich da nur.

Zum Ablauf des Spiels:
Man zieht einen Gesichtsschutz an, was besonders dann ratsam ist, wenn man a) Paintball spielt, b) mit einer großen Menge fremder Menschen zusammengewürfelt wird wovon c) ganz viele Asiaten die Markierer gerne mitten in der auf Instruktionen wartenden Spielermenge testet. Also nochmal zurück zur Einweisung meine lieben östlichen Freunde.

Hat man den Gesichtsschutz an, darf man überhaupt erst zur Markiererausgabe, denn vorher gab es lediglich Paintballs für alle und einen Brustpanzer für die Damen. Wohlweislich.

Mit Gesichtsschutz, Brustpanzer und Markierer bestückt wartet man dann am Eingang zum Spielarreal - einem hügeligen Stück Wald inklusive vieler Bretterverschläge und anderem Verschanzgedöns - auf die langsameren der Asiaten und tauscht Meinungen über die ein oder andere Mitspieler aus. Dann erklärt der ebenfalls gesichtsgeschützte Schiedsrichter den Ablauf des Spiels und los gehts. Wer getroffen ist, hebt den Arm mit oder ohne Markierer, um sein Aus zu signaliseren, und verlässt das Spielarreal.

Ihr ahnt meine Taktik.

Varianten des Spiels waren Elimination und Catch the Flag.
Elimination war ganz einfach: rote Gruppe gegen blaue Gruppe und wer als letztes steht hat gewonnen. Ich bin mal ehrlich: ich war das nicht.
Auch einfach: Catch the Flag. In der Mitte des Spielarreals steht eine Flagge auf einem der Bretterverschläge. Diese gilt es zu erreichen und zur eigenen Basis zu bringen. Vorzugsweise bevor die andere Gruppe das macht.

Der Ablauf war für mich aber doch nicht zu unterscheiden, denn man startet als Gruppe da, wo der Schiedsrichter einen hinstellt, rennt dann hinter einen der Bretterverschläge, um von dort größtenteils hockend - hence the Beinschmerzen - darauf zu warten, dass einer der gegnerischen Gruppe seinen Kopf oder ein anderes Körperteil ins Schussfeld hält. Da man aber ja nichts sieht, in der Sicherheit hinter dem Verschlag, muss man ab und an mal um die Ecke spinxen um zu schießen und BOOM. Aus. Jedenfalls war das bei mir so.

Fazit: lustig. Wird aber nicht mein neues Lieblingshobby. Zum einen waren mir deutlich zu viele Menschen unterwegs, was bei einer vorhergegangen Groupon-Aktion aber vielleicht nicht dem normalen Spielerandrang entspricht. Von diesen vielen Menschen waren deutlich zu viele zu unkoordiniert, sprich von hinter über die wartenden hinweg mal den Markierer testen oder auch mit erhobenen Armen aus dem Spiel scheidende Gegner mit Salutschüssen noch mal wirklich abtreffen. Muss nicht sein. Deswegen hoffe ich, dass beim nächstem Mal weniger Bummelanten und mehr Sheldons da sind.

Und, was habt Ihr Lustiges am Wochenende gemacht?

Kommentare:

  1. Danke für Deinen Kommentar!
    Hier ist zumindest schon mal ein Bild meines Vorbild-Balles:
    http://andothersillythings.blogspot.de/2011/05/pentagon-colorful-fabric-balls-tutorial.html
    Vielleicht schon genug Inspiration, denn ich kenne ja meine Art, Dinge anzufangen und länger nicht zu vollenden ... schrecklich! Liebe Grüße und noch einen herlzlichen Glückwunsch nachträglich!

    AntwortenLöschen
  2. Autsch! Wir hatten das auch mal anüberlegt, aber ob der vielen "Flecken"-Fotos in die sich das Deine nun einreiht, haben wir dann doch gekniffen ...
    Alles Liebe nachträglich.
    Fredda

    AntwortenLöschen
  3. Klingt gut...
    Muss mal schauen wo man sowas hier machen kann...
    btw...
    Wo war Wulfhild?
    Kann man Kinder beim Pförtner abgeben?

    AntwortenLöschen