30. Oktober 2012

Zeit für Zähne

Man sollte ja meinen, dass so eine Zeitumstellung ihren Reiz verliert, sobald ein Kind involviert ist, dass immer noch nicht die Uhr lesen kann. Tut sie aber nicht. Und das kam so.

Am Sonntag, dem Tag 1 nach der Zeitumstellung, wälzte ich geschickt die Early-Morning-Duty auf den geek ab. Das ist aber nicht unromantisch oder gemein von mir, denn Wulfhild schläft ja gerne bis 8 Uhr. Selbst in Zeiten nach der Zeitumstellung also 7 Uhr. Human, wird jeder bestätigen können, der mit einem Vertreter der Fraktion U1 in einer Wohngemeinschaft gelebt hat. Der Morgen begann also für mich mit mehr Schlaf, wie sich das für eine ordentliche Zeitumstellung gehört.

Der Rest des Sonntags verlief in stetiger Abwärtskurve des Stimmungsbarometers. Jedes Stimmungsbarometers, denn das von Wulfhild machte den Anfang und unsere machten aus Solidarität mit. Stetig zu nahm hingegen die Action, denn man könnte ja was verpassen, wenn man mal für eine Sekunde still steht. Und da Schlaf ja an sich völlig überbewertet wird, besonders da es höchstens die Schwerkraft ist, welche die Augenlider nach unten zieht, verbrachten wir einige Zeit außer Haus. Frische Luft macht ja müde. Alle außer Wulfhild.

Pünktlich zum mittig zwischen der alten und der neuen Zubettgehzeit war Wulfhild dann aber doch zur Kooperation mit der Traumfee bereit und schlief quasi schon beim Hinlegen ein. Darauf ist Verlass.

Am Montag war dann alles wieder auf Anfang, die Sirene ging um halb 7 Uhr an und der geek konnte sich noch von seiner Tochter verabschieden, ohne sie extra zu wecken und somit meinen Tagesablauf durcheinanderzubringen. Danke, Zeitumstellung. Doch ich sah meinen frühmorgendlichen Schönheitsschlaf gefährdet, denn wie ein Kind hinten rausziehen, wenn es vorne schon so von sich selbst überfordert ist?

Also nutzte ich meine guten Verbindungen zur Schicksalsgöttin und sorgte dafür, dass das müde machende und immer für guten Mittagsschlaf sorgende Babyschwimmen wegen eines kleinen Unfalls ausfiel ("was für ein Kack"!) und übergab am späten Nachmittag eine heillos übermüdete und doch auf pure Action programmierte Neukrabblerin an Vati Basmati und LaMama, die sich ihrer Rolle als fürsorgliche Eltern und Großeltern bewusst waren und für eine Annäherung des kindlichen Rhythmus an die Winterzeit sorgten. Das Kind lag um 19:30 Uhr im Bett.

Und schlief heute bis 8:15 Uhr. Zeitumstellung? Mir doch egal.

Daher rate ich jedem, bei kleinen Kleinkindern das Zahnen so zu timen, dass es mit der Zeitumstellung zusammenfällt. Denn völlig aus der Bahn geworfene Kinder sind leichter zu verwirren und dass 7 das neue 8 Uhr, das fällt denen dann gar nicht mehr auf.


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