13. November 2012

Cati goes Destruction

Man stelle sich vor: ein hübsch sonniger Samstagvormittag. Er und sie sitzen in der Küche und genießen die ruhige Zeit nach dem Frühstück, während kleine sie den vormittäglichen Schönheitsschlaf hält. Ist der vorbei, geht es raus, dazu wurde schließlich die Sonne bestellt.

Man addiere: Doofheit.

Sie nimmt also einen Topf und füllt ihn halb mit Wasser. In das Wasserbad stellt sie das Mittagessen der kleinen sie, um dieses vorsorglich zu erwärmen. Denn nach dem Schlaf ist vor dem Essen ist vor dem Schlaf ist doof wenn man deswegen im Wald Hunger bekommt und diesen mit kaltem Kartoffelgemüsepamp bekämpfen muss. Das Topf-Wasser-Brei-Konglomerat stellt sie auf den Herd und schaltet die Platte an. Sie setzt sich wieder vor ihren Kaffee.

Jetzt nicht erschrecken, aber BOOM!

Wer hier schon länger liest wird bemerken, dass Ausrufezeichen nicht oft vorkommen. Hier aber mit Nachdruck. Denn uns fliegen Glasscherben um die Ohren. Etwas ist explodiert. Gewaltig. Scheinbar aus Richtung Herd und somit nur einen Meter von uns bzw. dem GottseiDank nicht dort befindlichen Kinderkopf entfernt.

Kopfschütteln, alle Gliedmaßen zählen und ausprobieren, vorsichtig aufstehen, Herd ausschalten, nachdenken.

Dann so: längere Putzaktion, denn die gesamte Küche war mit Glas beschmissen worden. Überall. Und damit meine ich: überall. Unglaublich. So sauber wie nach dem darauf folgenden gefühlten Jahrhundert des Putzens war es aber dafür schon lange nicht mehr. Und so kurz war der samstägliche Ausflug in die Sonne auch schon lange nicht mehr.

Ich empfehle, die Glasabdeckplatte vom Ceranfeld zu entfernen, bevor man eine der darunter befindlichen Platten anschaltet. Zumindest ist das die Vermutung, gefolgt von einer Menge Kopf - Wand - Kopf - Wand.

Kommentare:

  1. o_O
    klingt furchterregend! Gut, dass alles Menschliche heil geblieben ist!

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  2. Puh, das ist ja nochmal gut ausgegangen!
    Ich vermutete zuerst so ein Baby-Gläschen, dessen Deckel nicht abgeschraubt worden war vor Erhitzung im Wasserbad...
    Aber Eure Version ist irgendwie viel schaurig-schöner!

    Papagena

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    1. Das war auch mein erster Gedanke, aber trotz tatsächlich nicht abgeschraubtem Deckel wurde das ja nicht warm, weil zwischen Platte und Wasserbad ja noch die Glasplatte "war"... Grrr!

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  3. Oh ja, das Glas befindet sich wirklich überall. Ich war damals so blöd eine heiße Pfanne auf die Abdeckplatte zu stellen.
    Gruß
    Arlett

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  4. Uh so ein Mist! Aber gut, dass euch nix passiert ist!
    Ich kenne das Ganze nur mit explodierendem Sahnespender - weniger gefährlich aber ebenso putzintensiv :D

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    1. Sahnespender? Unglaublich, was so alles explodiert in deutschen Küchen ;-)

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    2. Auch nicht schlecht: Eine volle Flasche Olivenöl aus ca. 1,50 m Höhe auf den gefliesten Küchenboden knallen lassen.
      Die vielen Scherben überall sind da noch das geringste Problem. Es ist buchstäblich JEDE Oberfläche mit Ölsprenkeln verziert. Was in letzter Konsequenz bedeutet, dass man zuerst die alte Rauhfaser von der Küchendecke wieder in kleinen Fetzen runterkratzen muss, weil man auf geölter Rauhfaser weder streichen noch drübertapezieren kann.
      Vom X-mal Putzen ganz zu schweigen.
      Seither gibts bei uns nur noch Öl aus Metallbehältern.

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    3. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Scheint mit Vorliebe an Wochenenden zu passieren ;)
      Und das "Beste", was ich mal habe explodieren sehen (zum Glück aus sicherer Distanz) war ein Dampfkochtopf mit rotem Traubensaft. Da hilft Putzen nicht mehr, die ganze Küche musste frisch gestrichen werden...

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  5. So, jetzt habe ich auch noch ´ne Geschichte - sie ist nix für Zartbesaitete, aber ich glaube, Du kannst sie vertragen:

    Mir ist mal eine Flasche voller BLUT explodiert.
    Nicht in meiner Küche - wir sind ja nicht Familie Vampir.. sondern in der Arztpraxis, in der ich damals meine Ausbildung machte.
    Das Prinzip war ganz einfach:
    Patient auf die Liege legen,
    Blut in eine Flasche fließen lassen,
    Sauerstoff in die Flasche zugeben,
    Blut mit viel gutem Sauerstoff wieder zurück in den Patienten leiten. Fertig.
    Patient erfrischt, alles gut.

    Nicht aber, wenn man ZU VIEL Sauerstoff in die blutgefüllte Glasflasche pumpt!
    Das explodiert wie ein Luftballon, den man zu sehr aufbläst!

    Blut an den Wänden,
    Blut an der Decke,
    Blut auf der Fensterscheibe,
    der Heizung,
    auf mir und Patient auch...

    Es hätte in keinem Horrorfilm besser inszeniert werden können!

    Patient besaß zum Glück eine ordentliche Portion Humor und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.... aber frage mal, wie´s MIR ging!

    Die Tatortreinigung hat zwei Tage beansprucht.

    Papagena

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    1. Was ihr alles so für Schauergeschichten zu bieten habt, das ist ja ein Traum für jeden Geschichtenerzähler :-)

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