20. November 2012

Der andere Grinch

Oh wie putzig, ein spechtiger Specht hat sein Nest in unsere frisch sanierte Fassade gebaut. Und damit er auch mal in Urlaub fahren kann, hat er sich ein Wochenendhäuschen an der andere Seite der Fassade gebaut. Ist ja auch anstrengend, so ein Nestbau. Da hat man sich Ferien verdient. Doofkopp, der.

Daher zog der andere Grinch bei uns ein. Ihr erinnert Euch ja sicher an den einen Grinch. Der Weihnachten gestohlen hat. Fiese Möpp, der. Der andere Grinch ist so ähnlich, auch fies, stiehlt aber Sicherheit. So eine Art Vogelgestapo, eine Wortschöpfung die wieder Unmengen an verärgerten Kommentaren nach sich ziehen wird, ich sehe es schon kommen. Internetgestapo, man erinnere sich. denn jetzt traut sich keiner mehr hier hin.

Der andere Grinch ist nämlich ein natürlicher Feind des Spechts. Man hätte sicher auch einen Weißkopfadler aufhängen können, aber irgendwie ist uns das Sonnenlicht, das nach dem Fortgang der Tanne plötzlich ins Schlafzimmer fällt, ans Herz gewachsen. Daher nur der andere Grinch. Der machte sich dann aber ziemlich schnell ans Stehlen der guten Laune der Spechtpopulation, welche umgehend ihre Zelte abbrach und die zwei Nester Nester sein ließ. Mission erfüllt.

Doch nun haben wir den Salat. Ich bin ja nicht jemand, der auf Stühle springt sobald eine Maus durchs Zimmer huscht. Was hier im übrigen nie passiert, bevor jetzt jemand anruft. Aber stellt Euch vor, ihr betretet ein Zimmer und seht das:


Seht ihr, man erschreckt sich. Denn der andere Grinch ist ein schamloser Voyeur, der zum Glück festgebunden ist, denn sonst fiele er herunter und landete auf seinem Po, denn Beine hat er nicht. Der arme, der.

Eigentlich soll er ja die Spechte davon abhalten, die frisch sanierte Fassade aufzuspechten. Das lief aber so erfolgreich, dass ihm nach zwei Tagen langweilig wurde und er nun nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß. Durchschnittsrentner würden nun reisen, aber er ist doch eher der anhängliche Typ. Also dreht er sich. Mal hierhin, mal dorthin. Woraufhin zwei weitere Tage später auch alle anderen Vögel die Umgebung verlassen hatten. Was ich bei den Flugratten von Tauben auch nicht so schlecht finde, denn die verwechselten ja schon mal gerne unsere offenes Fenster mit ihrem Hauseingang und saßen verdutzt auf dem Fußteil des Betters. Zum Glück ist meine Immitation des gereizten Hulks gar nicht so harmlos.


Vor lauter Langeweile also nun: schamloser Voyeurismus. Naja, ganz so schamlos ist er auch nicht, manchmal tut er ganz unschuldig. Wahrscheinlich immer dann, wenn der Häuserblock am anderen Ende der Grünfläche plötzlich interessantere Fensterfüllungen vorweist als unsere Seite.


Einen Lichtblick gibt es. Liege ich im Bett, kann er mich nicht sehen. Und jetzt redet mir nix anderes ein, ihr mitfühlenden Mitleser.


Und jetzt wo die lebende Vogelpopulation umgezogen ist, könnte die untote doch auch wieder abziehen, oder nicht? Herr geek?

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