11. Dezember 2012

Dienstags ans Ende der Welt: Caldeirao Verde

Madeira, wird schon fast langweilig. Fast.

Neulich haben wir ja gelernt, was Levadas sind. Ihr erinnert Euch? Ich erwähnte, dass ich das Wandern an denen entlang eigentlich langweilig finde. Aber seht selbst.

Wir wollten von Queimadas zum Caldeirao Verde wandern, dem grünen Kessel, der außer ganz viel Grün auch einen Wasserfall als Publikumsmagnet in den Ring wirft. Und mit 13 km auch gut erreichbar ist, selbst wenn der Wanderführer diese Wanderung als ganz schön schwierig bezeichnet und Trittsicherheit verlangt. So schlimm ist das aber gar nicht, das packt jeder. Geparkt wird an einem hübschen Häuschen, das gerne auch als Grillstation genutzt wird. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen.


Der Weg vom Queimadas Park aus tarnt sich zunächst als lieblicher Waldweg, breit und einladend, mit vielen hübschen Blümskes am Wegesrand.


Und den Kandelaberbäumen, die aber in natura gar nicht so aufregend sind, wie der Wanderführer einen glauben lassen will.


Plötzlich stellt man dann aber fest, dass der Weg doch schmaler wird. Huppala.


Man ist nämlich ein wenig abgelenkt durch die grandiose Aussicht, die man hat.


Dann ist man aber doch gut beraten, den Blick weg von der Aussicht und wieder gen Schuhspitzen zu richten, denn es wird schmaler. Immerhin gibt es aber ein Geländer. Totally trustworthy. Die Tunnel vergaß ich ordentlich zu fotografieren, sie sind aber da. Stirnlampenbesitzer können getrost ihre auf dem Kopf lassen, manche Tunnel folgen einander dicht auf dicht.


Zum Aussichtgenießen also stehenbleiben.


Und natürlich festhalten, wenn es was zum Festhalten gibt. Sie sehen hier übrigens eine Schwangere vom letzten Jahr. Dieses Jahr war ja keiner schwanger. Diese Information ist wichtig, wenn es nachher zu den unvorangemeldeten Verlängerungen der Wanderung kommt. Hier aber noch: gut gelaunte Schwangere.


Am Mittelpunkt der Wanderung erwartet den geneigten Wanderer also ein gar nicht so unspektakulärer Wasserfall, der aus Gründen der Lichtverhältnisse aber nur unzureichend abgelichtet wurde. Fahrt doch einfach selber hin und guckt nach.


Wasserfälle laden ja traditionell gerne zum Wurstbrot ein. Wir schlugen die Einladung aber zunächst einmal aus, da die unendlich große Menge an Touristen nicht so sehr zum Verweilen einlud, wie sie das geplant hatte. Der Wanderführer schlug vor, doch einfach ein wenig weiter zu wandern und sich ein eigenes stilles Plätzchen zu suchen. Der geek schlug sich umgehend auf die Seite des Wanderführers, da dieser auch schrieb, dass der weitere Weg zum Caldeirao Inferno nicht nur infernalisch klingen würde, sondern sicherlich aus unserer Tochter eine Abenteurerin machen würde. Wie hätten wir nein sagen können. Außerdem sollten es nur ungefähr weitere 10 km sein.


Zunächst blieb alles beim Alten. Es gab die Levada, es gab das Levadamäuerchen und es gab den Drahtseilakt. Nur die Böschung, die wurde steiler. Diese Fotos hat LaMama nie zu Gesicht bekommen.


Die Ausblicke blieben ähnlich, nur war immer weniger von der Küste zu sehen, da man sich stetig in Richtung linke Bildseite bewegte, in die Berge hinein.


Aber keine Angst die Beschilderung war noch da. Auch die Stufen, von denen ich keine Fotos machen konnte, da ich zu sehr damit beschäftigt war, meine Füße abwechselnd 50 cm in die Höhe zu hiefen und Halt an haltlosen Felswänden zu suchen.


Oben dann: "Ach schau, Cati, ein Tunnel. Ganz wie in der Beschreibung des Moria-Caches. Und wo wir schon mal da sind..."


Diesen Cache durfte er alleine machen. Es ging ein paar Kilometer in einen Tunnel rein. Cache heben. Ein paar Kilometer wieder aus dem Tunnel raus. Großes Abenteuer. Der kleine weiße Punkt im Bild ist übrigens der Ausgang. Ganz am Anfang der Wanderung, als der Ausgang noch zu sehen war.


Die Furcht vor Höhlentrollen war unbegründet. Draußen jedoch wartete die ungehaltene und seit einer Stunde oder länger einsam wartende Schwangere. Beware of the pregnant lady. Die übrigens aus Frack alle Müsliriegel gegessen hatte. Weil sie das wollte. Die ungehaltene Schwangere verhinderte auch das Weiterwandern zum Caldeirao Inferno, weil sie daran erinnerte, dass man all diese Kilometer ja auch wieder zurückwandern müsste. Und Hunger Aua Pipi Durst. Keine Widerrede.


Der Rückweg gestaltete sich dann auch eher schweigend. Wegen weil müde.Trotzdem haben wir wieder was gelernt. Was dem Hinweg sein liebliches Bienchengesummse ist dem Rückweg sein aggresives Ausflippen wegen der Brummerei. Hab ich gehört.

Unbedingte Wanderempfehlung. Eine sehr schöne Tour, gut auch für ungeübte Wanderer zu meistern und wer eine Taschenlampe hat, der kann die endlich mal anknippsen. Juchhe.

1 Kommentar:

  1. Entschuldige, dass mein Kommentar relativ fokussiert ist, ob dieses langen Blogpost, aber ich will jetzt dringend dieses "Wurstbrot"!

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