4. Dezember 2012

Dienstags ans Ende der Welt - Levada do Furado

Wer sich zitternd fragte, ob denn bitteschön noch Fotos von Madeira übrig sind, der sei beruhigt. Tonnenweise.

Heute wandern wir mal hübsch durch den Wald, entlang der Levada do Furado. Vorher lernen wir aber noch was.
Levadas sind künstliche Wasserläufe auf der portugiesischen Insel Madeira, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Da dabei zum Teil große Strecken überwunden werden müssen, verläuft ein Großteil der Levadas mit nur sehr geringem Gefälle. Dafür überwinden diese Wasserwege Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen auch über Brücken.
Danke, Wikipedia, wieder was gelernt.

Zurück zum Wandern. Man parkt an der Forellenzucht oberhalb des Örtchens Ribeiro Frio und ärgert sich darüber, dass man die Regenjacke im Flugzeug vergessen hat. Und trotzdem dahin fährt, wo beide Namensbestandteile eine Regenjacke unabdingbar machen, denn es ist nass und kalt. Dann sieht man das Gute im Dunkel der Nacht und dankt dem geek für das Kranksein, das ihn anheimfiel, so dass man sich seine Jacke leihen konnte. Ende gut, alles gut.

So sehen Levadawanderungen übrigens am Anfang der Strecke aus. Ein ca. 3 m breiter Pfad lässt einen jubilierend voranschreiten, denn Gefälle gibt es ja - siehe oben - nicht so richtig. Eigentlich neigt man sich nur ein wenig nach vorne und fängt kurz vor dem Umfallen selbiges durch Vorsetzen eines beinahe beliebigen Beins auf. Anstrengung ist anders.


Irgendwann hat der Spaß dann aber ein Ende und man wandert wirklich entlang der Levada. Auf der Levadamauer. Dann müssen halt 40 cm Wegbreite genügen.


An manchen Stellen ist die Levadamauer dann aber auch nicht so der Renner weil nass, glitschig und absturzgefährded und man weicht ein wenig vom Weg ab. Was bedeutet: Treppchen runter, Treppchen rauf.


Auf der einen Seite der Levada ist meist Berg hoch und auf der anderen Berg runter. Das sind dann schon mal Steilabhänge von mehreren Hundert Metern, so dass die Wanderung zum Drahtseilakt wird. Wortwitz.


Zur Beruhigung dann wieder mehr Breite.


Ich persönlich mag Levadawanderungen ja nicht so. Meistens läuft man nämlich nur auf dem Mäurchen und starrt permanend auf die eigenen Füße, um Trittsicherheit bemüht. Das ist auch gut so. Aber man verpasst dann genau das, was ich am Wandern so mag. Die Aussicht. Und obschon diese Wanderung hier nett ist für jeden, der gerne wandern aber nicht vor Erschöpfung sterben will, so geizt sie doch mit Aussicht. Eine hab ich aber gefunden.


Dafür musste man nur kurz vom Weg ab und am Ende ein bisschen in die Höhe springen. Naja, manche mussten springen, andere Riesen brauchten nur die Arme hochzuhalten. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.


Einen Reiseführer, der den Plural von Tunnel nicht als TunnelS bezeichnet, suche ich noch. Der Duden sagt, dass der Plural von Tunnel eben einfach Tunnel ist, seltener TunnelS. Der Duden sollte mal Wanderführer lesen, bei denen ist nämlich weniger manchmal mehr. Immerhin mochte Wulfhild TunnelS. Besonders die langen, in denen man weder den Eingang, noch den Ausgang oder gar die Hand vor Augen sehen konnte und somit auf die Taschenlampe angewiesen war. Und der Hall. Großer Spaß für das Quietschkind.

Hier der Eingang in einen. Der war aber nur kurz. Und eigentlich auch gar kein Tunnel, sondern nur eine oben zusammengewachsene Felsspalte.


Kurz darauf kann man wenigstens mal was Buntes fotografieren, wenn es schon als Aussicht immer nur Wald gibt.


Vorsicht ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste. Deswegen hat man Fenster aund Türen des Wasserhauses von Lamaceiros auch in Signalrot gestrichen. Sonst wäre ich wahrscheinlich dagegen gelaufen. Augen immer hübsch auf die Fußspitzen, sicher ist sicher.


An dieser Stelle könnte man jetzt noch weiter Richtung Portela Pass wandern. Oder man isst ein Bütterken, rastet ein wenig und geht dann zurück zum Parkplatz.

Doch Halt! Wo ein Wille ist, ist auch ein Cache. Check.


Meine Empfehlung: es gibt schönere Levadawanderungen. Die mit Abenteuer und oder Aussicht. Zeig ich demnächst mal. Bis dahin: Wanderschuhe putzen, Donnerstag kommt der Nikolaus.

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