20. Dezember 2012

Satt in den Weltuntergang

Der Titel dieses Posts ist irreführend, da der Weltuntergang morgen kommt, das Weihnachtsessen aber erst danach. Man könnte sich jetzt entspannt zurücklehnen in dem Bewusstsein, dass so ein Weltuntergang die Planung zweier Festtagsschmause irgendwie ad absurdum führt, aber ich bin mehr der sicher ist sicher Typ und lese darüber hinaus noch gerne Kochbücher.

Mehrfach hab ich aber nun das komplette Bratenkonzept umwerfen müssen, denn selbst ohne Weltuntergang scheint es mir ein wenig ambitioniert, eine gefüllte Gans um 13 Uhr auf den Tisch zu heben, wenn sich davor noch eine Anfahrt und Sekttrinken auf die Geschenke unabdingbar machen. Also keine Gans. Nur Füllung scheint mir nix halbes und nix ganzes zu sein und die Schwägerin isst keinen Fisch. Der 4-jährige verliert im Fonduetopf immer sein Fleisch und Brandzeichen per Raclette-Pfännchen stehen nicht jeder 1-jährigen.

Nach langem Hin und Her gibt es jetzt einmal Schwein in Birnen und Steckrüben geschmort und einmal Bœuf Bourgignon. Die Rohstoffe werden bereits liebevoll liebkost, denn ich finde Braten schön. Die Gans dann nächstes Jahr bei uns und abends. Fertig.

Kommentare:

  1. Weltuntergang

    Kulturhistorisch bedeutet "Weltuntergang" nicht den Untergang der natürlichen Welt, sondern der kulturellen Welt. Es geht also um den Untergang der Kultur bzw. der Zivilisation durch den Zusammenbruch der Arbeitsteilung, der subjektiv von der jeweiligen Gesellschaft als "Weltuntergang" empfunden wird. Solche Zusammenbrüche hat es in der Kulturgeschichte, schon solange der Mensch Geld (anfangs Edelmetallgeld) benutzt, immer wieder gegeben, und die Ursache war immer die gleiche:

    "Spekulationen richten keinen Schaden an, wenn sie nur Blasen auf einem ruhigen Strom von Unternehmertätigkeit sind. Die Lage ist aber ernst, wenn die Unternehmertätigkeit zur Blase auf einem Strudel von Spekulationen wird."

    John Maynard Keynes

    Wird über einige Jahrzehnte an der Vermehrung von Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, etc.) gearbeitet, sinkt aufgrund marktwirtschaftlicher Konkurrenz der Kapitalmarktzins, was an sich positiv ist, weil dadurch die Arbeitslöhne steigen. Weil aber ein a priori fehlerhaftes Zwischentauschmittel (das heutige Papiergeld wurde gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft) mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) nur gegen eine Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) mittel- bis langfristig verliehen und somit in neues Sachkapital investiert werden kann, aus dem jegliche Wertschöpfung und auch der Urzins erarbeitet werden, wird nicht mehr investiert, sondern nur noch spekuliert, sobald der Kapitalmarktzins auf die Liquiditätspräferenzgrenze von unter 3 Prozent absinkt. Dann kommt es zu der von Keynes beschriebenen Liquiditätsfalle – und am Ende zur globalen Liquiditätsfalle!

    Der endgültige Zusammenbruch der Weltwirtschaft passiert zwangsläufig (Ein Absinken der Börsenkurse von 10% an einem Tag ist hinreichend!), kann durch keine wie auch immer geartete "Finanzpolitik" aufgehalten werden und ist die Voraussetzung dafür, dass der allgemeine Glaube an das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) beendet und der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Freiwirtschaft = echte Soziale Marktwirtschaft), verwirklicht werden kann. Dazu muss die reale Angst vor der bevorstehenden Auslöschung unserer gesamten "modernen Zivilisation" durch die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) insgesamt größer werden als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion.

    Der Weisheit letzter Schluss

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  2. Ich hab jetzt Hunger. Wo feiert ihr denn?

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