31. Dezember 2012

Unverschämt

Das Jahr endet mit einem Donnerschlag.

Wie ihr wisst bin ich ein Mensch mit Bewusstsein für Traditionen. Jedes Jahr gibt es Riesenrad, Zuckerwatte, Kettenkarussel und Achterbahn. Jedes Jahr den 25. Geburtstag. Jedes Jahr Weihnachten. Ich nehme das sehr ernst.

Und nach Weihnachten? Nach Weihnachten werden all die ins Klassenbuch eingetragen, die schon weit vor Mitternacht ihrer Jahreswechselfreude per Kanonenschuss Ausdruck verleihen. So geht das nicht.

Nachdem ich jetzt zwei Jahre hintereinander Abwechslung probiert habe, kehren wir dieses Jahr zurück zu den Anfängen und machen das, was wir am besten können. In Schleswig Holstein PUNSCH, DU DUSSELIGE KUH rufen und das neue Jahr mit Sand zwischen den Zehen einläuten. Nur halt mit Kleinkind. Und schwangerer Lieblingsblondine, was sich aber ganz gut ins Gesamtgeschehen einfügt.

Jedoch.

Jedoch ist übrigens schlimmer als Aber. Nur so zur Info.

Jedoch also. Schon die Anfahrt: ein Disaster. Wir kommen gut durch. Es regnet überall, nur nicht bei uns. Es gibt Pommes und pürierte Bolo. Das Kind lacht und schläft. Kling Glöckchen klingelingeling.

Jedoch: die Baustelle ist weg. Zwischen Bremen und Hamburg kann man einfach fahren. So schnell wie man will. Oder kann. Wann soll man denn mal zur Ruhe kommen? Einen Gang runterschalten? Sich unterhalten? Die Gegend betrachten? Ist das das neue Zeitalter, schon von den Majas gefürchtet?
Und wo stehen jetzt die 4324575542307 Verkehrsbaken? Ich zittere.

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