31. Januar 2013

Alles für die Katz

So eine Bindehautentzündung ist ja irgendwie voll für die Katz.

Erstmal wacht man mit einem rot-geäderten Auge aus und kann sich beim besten Willen nicht daran erinnern, mit verheulten Augen eingeschlafen zu sein. Was wenn man nun traurig sein müsste und den Grund dafür vergessen hat? Ist man so herzlos? Funktioniert man nur noch wie ein Roboter und fühlt nichts? Oder trauert man doch schon Beatrix hinterher, bevor sie überhaupt gegangen ist? Das Geheimnis wird wohl für immer eins bleiben.

Hat man sich dann doch schweren Herzens dazu durchgerungen, die Tatsache zu akzeptieren dass man echt kacke aussieht, kann man gar nicht genug Kaffee kochen, um auch nur einen Hauch des blühenden Lebens zu simulieren, das man heute nun mal leider gar nicht ist. Trick 17 mit Selbstüberlistung fällt also aus.

Drittens wäre da der Besuch beim Augenarzt, der zwar gegenüber, aber bisher noch unbekannt ist. Auf dem Schild steht "Dr. A. Nachname", wobei man aus A. alleine doch nun wirklich nicht schließen kann, ob es sich bei Dr. Nachname um einen Mann oder eine Frau handelt. Was letztlich egal wäre, doch man würde es endlich wissen. In der Praxis wird das Geheimnis gelüftet. Denn wenn man schon unangemeldet beim Arzt erscheint, dann steht man ja auch erstmal an. Und kann in Ruhe alle Poster, Flyer, Visitenkarten und Infoschreiben studieren. Und feststellen, dass A. ein Name ist, hinter dem man zwar eine Frau, aber eben auch viele, viele Jahrzehnte vermutet. So viele, dass Augen eventuell noch gar nicht erfunden waren, als sie Augenärztin wurde. Man täuschte sich GottseiDank, sie ist jünger als erwartet und netter auch.

Meine Vermutung ist, dass der Vorname die Patienten in Sicherheit wiegen soll. Denn die sind durchschnittlich mit einem beinahe dreistelligen Alter gesegnet und so ja oft ein wenig verschlossen gegenüber manch neumodischem Kram. Immerhin bin ich nun Experte qua Beobachtung in Sachen Rollator. Ich möchte übrigens unbedingt ein Modell mit klappbarem Regenschirm, sollte es einmal notwendig werden.

Für Verwirrung sorgt dann in diesem Zusammenhang noch das viele Kinderspielzeug im Wartezimmer, doch ich schweife ab.

Hat man dann unschätzbar wertvolle Kinderbetreuungsstunden mit Warten und Wundern verbracht, wird man so oft gefragt, ob man denn Schmerzen habe, bis diese sich einstellen und man höflich JA, SEIT JETZT GERADE brüllen möchte. Ohne Bindehautentzündung säße man ja noch entspannt beim Eingewöhnungskaffee in der Tagespflege.

Zu guter Letzt taktet man den Tag dann noch völlig neu durch, denn man muss ja nun alle zwei Stunden tropfen und dazwischen jammern ob der Schmerzen. Und der Tatsache, dass man nun eine Woche keine Kontaktlinsen tragen darf und so in den vollen Genuss vollgeregneter Brillengläser kommt.

Immerhin braucht man keine Überweisung mehr. Trotzdem: Bindehautentzündung, I don't like.

1 Kommentar:

  1. Oh nein, du Arme! Ich schicke sehr viele Besserungs-Umarmungen mit Scholadenküsschen!

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