22. Januar 2013

Zickzackschere und Paillettenkleber

Morgen wird Wulfhild den ganzen Tag ohne mich weinen spielen müssen, denn der Ernst ihres Lebens muss ja irgendwann anfangen. Also bring ich sie zur Tagesmutter, erkenne fast selbständig dass ihr egal ist, ob ich da bin oder nicht, und fahre wieder heim. Nun gut, ich schaffe das schon. Wenn nicht, kann ich ja hier rumheulen und ihr macht Gutschigutschi, ja?

Und weil Wulfhild also morgen den ganzen Tag ohne mich spielt, musste ich mich heute mit meiner Bastelaufgabe ein bisschen sputen, die ich von der Tagesmutter zu tun bekommen hatte. Für wenn wir das alleine spielen üben. Ein Fotobuch mit Fotos von ihren Liebesten. Also der Eselspieluhr, dem Eulenkissen, der Püppi und der Puppe die noch ohne Namen ist.

Wulfhild geht nun schon die zweite Woche zur Eingewöhnung und bisher ist es mir recht gut gelungen, die Tagesmutter mit Backwerk, unterhaltsamen Geschichten und seelenlosem Geplapper von der Tatsache abzulenken, dass ich ja ruhig mal ins Dachgeschoss zum Basteln wandern könnte, damit Wulfhild üben kann Tschüss zu sagen.

Heute Brownies.

Aber da Brownies ja fies und gemein sind, ist man viel schneller am Ende des Fassungsvermögens angekommen, als man möchte. Da fehlt dann selbst mir der gute Wille.

Und so musste ich unters Dach.

Ich sag mal so: Zickzackschere und Paillettenkleber reizen mich sehr, auch lockten eine Papierguillotine und das Laminiergerät. Ein großer Stapel buntes Papier rundete das Angebot ab, welches ich mir im Discounter nur unter Strafe und aus weiter Ferne anschauen darf. Der geek ist da streng außer wenn es gleichzeitig Werkzeug gibt. Trotzdem gab es Hürden.

Klebe ich Fotos auf buntes Papier, frisch guillotiniert und verzickzackt, dann sifft der Kleber durch. Stapel ich die fertigen Fotobuchseiten, damit sie sich nicht wellen, unter einem dicken Buch - herbariumsgeübt wie das Waldkind nun mal ist - dann hat man hinterher leider nur noch eine sehr dicke Seite, die aus bunten Papier- und Fotopapierschichten besteht. Nur Oma Inge, ganz zuoberst, war noch zu gebrauchen. Fangen wir von vorne an.

Klebe ich Fotos mit weniger Kleber auf buntes Papier und lasse den Herbariumsdruck weg, wellt sich das bunte Papier und verkracht sich umgehend mit dem Lebensabschnittsgefährten Foto. Ein Krach, der nicht mal durch ein Baby zu kitten wären. Also: Trennung für immer und ewig. Fangen wir von vorne an.

Nutze ich Fotoecken, um diese Klebstoffproblematik zu umgehen, verbleiben zwar die Fotos auf den liebevoll gestalteten, mit Zickzackschere beschnittenen Seiten, doch kann man dann mal getrost erst hinterher bemerken, dass es doch gar keinen Sinn macht, jede Seite auf ein neues buntes Papier zu kleben, da beidseitig beguckbare Fotobuchseiten dann komisch aussehen, weil unterschiedlich beschnittene bunte Papiere übereinander kleben. Dann guckt zuunterst immer das hintere der andere Seite hervor. Verstehste? Aber gut, dass die Fotos dank der Fotoecken so gut halten.

Das ist aber nicht der Grund dafür, dass wir so eine lange Eingewöhnungszeit eingeplant haben. Nein.

Basteltechnisch liegt die Mutti noch ein wenig zurück, eher Krabbelgruppenniveau. Aber sie kann englische Kinderlieder auswendig. Das muss auch für was gut sein.


Kommentare:

  1. Spontan fällt mir ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme ein: "Haben Sie´s mal mit ´nem Tacker probiert?" (sprach Frank Cross alias Bill Murray in "Die Geister, die ich rief" zu einem Requisiteur, der für eine Weihnachts-TV-Show krampfhaft versuchte, einer Maus ein Mini-Hirschgeweih auf den Kopf zu binden).
    Ich fürchte nur, die Idee ist auch hier unbrauchbar.

    Wie muss ich mir denn das Tschüss-sagen-Üben vorstellen? Sitzt die Tagesmutter dann mit Wulfhild auf dem Schoß im Sessel und die beiden schauen gemeinsam das Fotobuch an und machen Winke-Winke??
    Das wäre natürlich eine Überlegung bei der Berufswahl... ;)

    Viel Erfolg mit der weiteren Bastelarbeit!

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    1. Ein super Film :-)
      Tschüss-sagen-Üben geht so: Mutti verabschiedet sich, tapfer um Haltung bemüht. Hat man Glück, hält das Kind kurz im Spiel inne und winkt enthusiastisch mit beiden Armen. Oder auch nicht. Dann geht man und bleibt zwei Stunden weg. Oder drei. Oder vier...
      Ich hab auch gar nicht geweint. Nicht mal, als ich nach zwei Stunden nicht wirklich enthusiastisch begrüßt, aber immerhin zur Kenntnis genommen wurde...

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  2. och, ich würd so gern mal ein Bild sehen, vom Buch!
    LG
    Claudi

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    1. Ich warte lieber ab, was beim Laminieren noch alles passiert. Da ist ja noch Spiel für sonstwas. Aber an für sich: irgendwann dann gerne mal!

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  3. Kleberoller ;-) - alles andere: Göttlich!!!

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  4. Haha - ich geb ja zu: Ich war ganz faul und hab einfach ein Album gekauft. Das hier aus Stoff:
    http://www.jako-o.de/produkte-baby-baby-spielzeug-geschenke-zur-geburt-erstes-fotoalbum-jako-o--627394.html?query=fotoalbum&preis=0-200
    Hatte eine andere Mama ihrem Zwerg auch mitgegeben bei der Tagesmutter und da musste mein Sprössling natürlich mithalten. Ist jetzt eines der absoluten Lieblingsbücher vom kleinen Fräulein und ich musste nix anderes machen als online bestellen, auspacken, Fotos auf Stick ziehen, zur Drogerie rennen, ausdrucken, bestücken - fertig. Ohne Pailetten und Zickzack... auch wieder schade.
    LG
    Sabine

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    1. Faul sein durfte ich ja nicht, schließlich lag alles Bastelmaterial einladend bereit.
      Ohne Pailletten ist es aber trotzdem schön und muss nur noch laminiert werden :-)

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  5. Sie sind so tapfer.

    Hier sollten dringend noch Weihnachtskarten gebastelt werden. *seufz* Am Wochenende kann ich mich dann nimmer rausreden. Jesses, und die Geburtstagskarten fehlen auch noch seit fast einem Jahr.

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  6. Aehm, hab vergessen dazu zu schreiben, daß der Kommentar von mir war.

    Aber jetzt : )

    s Faultier

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