13. Februar 2013

Liebe Arbeitsagentur

sollten Sie einmal in die missliche Lage kommen, mich zu einer Umschulung zu irgendetwas anderem anmelden zu müssen, dann lassen Sie sich jetzt schon mal einen guten Rat dazu geben: Versuchen Sie nicht, aus mir einen Fahrlehrer zu machen.

Heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, nach einem halben kräftezehrenden Tag in den heiligen Hallen im Norden der Kaiserstadt hinter sage und schreibe drei (in Worten: DREI!) Fahrschulautos herfahren zu müssen dürfen. Das ist selbst dann noch erstaunlich, wenn man einrechnet, dass mein Arbeitsweg aus fünfzehn Kreisverkehren besteht. Und ein paar Geraden und Kurven. Und Kreuzungen. Aber sonst halt nur Kreisverkehre. Kurzum: das waren genau drei Fahrschulautos zu viel.

Ich zolle jedem Fahrlehrer größten Respekt, aber so geduldig bin ich einfach nicht.

An denen mag es abperlen wie Wasser an Villeroy & Boch Waschtischen, aber bei mir wäre das eher wie eine Reportage über Seevögel und ihr Gefieder nach einem Unglück auf einer Bohrinsel. Oder einem Tankerunglück. Da perlt nix und schon gar nicht ab. Ich war ja selber mal Anfänger auf dem Gebiet der Formel1-Vorbereitung, aber sollte man nicht meinen, dass sich die Menschheit weiterentwickelt? Dass irgendwann die Gene dafür sorgen, dass der Fahrschüler nicht nach Passieren des Schildes mit der schönen 70 einfach unbeirrt weiter abbremst, um von 100 auf 0 in 500 Metern zu kommen (das war übrigens vor Kreisverkehr Nr. 5, direkt nach dem Stück, auf dem man 100 km/h fahren darf)? Dass es dem menschlichen Gehirn nicht mehr möglich sein wird, die mit weißen Linien markierten Grenzen des eigenen Tanzbereichs als lediglich eine Art Straßendeko anzuerkennen? Dass die unterschiedlichen Funktionen von Gas und Bremse ähnlich wie Ein- und Ausatmen zum Instinkt des Menschen gehören?

Aber ich will da jetzt keinen Stress machen. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten und wenn sie das mit der Konditionierung in den nächsten Generationen nicht hinbekommen, dann wäre ich die letzte, die schimpft. Ehrlich.

Und deswegen jetzt nur nochmal zur Erinnerung: ich wäre kein guter Fahrlehrer.

Mit freundlichen Grüßen und hochachtungsvoll,
Ihre Cati Basmati

1 Kommentar: