5. Februar 2013

Sicherheit statt Angst

Wenn man es sehen kann, dann kann man es auch kaputt machen. Oder für Krach nutzen. Oder oder oder, das Leben einer Wulfhild ist bunt und lustig.

So verschlug es uns ins Bauhaus, ein Ort an dem wir gerne die Seele baumeln und es uns gut gehen lassen. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang loben wir den Laden in höchsten Tönen, weil einem dort immer geholfen wird. Es gibt Angestellte mit Ahnung oder im Notfall solche, die diejenigen kennen und zeigen oder rufen können, die Ahnung haben. Es ist sozusagen das Handwerkspendant zu den Gelben Seiten, denn man kann jemanden fragen, der sich damit auskennt. Ende der Werbepause, für die ich nichts außer einen Platz im Bauhandelshimmel bekomme.

Am Eingang empfängt einen übrigens direkt eine Dame, deren Arbeitsbeschreibung man mit "Nicht-Urlaubs-Reisebegleiterin" beginnen könnte, hat sie doch Antworten auf alle Fragen, die mit "Ich suche da so ein Ding..." beginnen.

Unsere Frage beantwortet sie mit:
Ja, genau dafür haben wir eine Kinder-Sicherheitsstraße entworfen. Gehen sie geradeaus in diesen Gang, da finden sie alles auf der linken Seite.
Nun ist das bei Frauen mit links und rechts manchmal so eine Sache. Als Frau darf ich das schreiben. Wir gehen also geradeaus in den Gang, den sie sozusagen mit ausgestrecktem Arm berührte und mit neonfarbenem Pfeil markierte, und halten die Augen offen.

Und erreichen das Ende des Gangs.

Also vielleicht doch der Gang einen weiter links? Vielleicht meinte sie die linke Seite vom Gang und das ist ja bekanntlich außen? Als Nähende weiß ich schließlich mit linker und rechter Stoffseite umzugehen, da ist links immer auf der anderen Seite, es sei denn man hat etwas falsch gemacht.

Nein.

Also fangen wir nochmal von vorne an, gehen in den ausgewiesenen Gang, blicken nach links und siehe da: die Kinder-Sicherheitsstraße. Ende gut, alles gut, Einkaufskorb voll mit Schubladen- und Türensicherungen, die keinerlei Bohrlöcher bedingen und mit gewieft eingesetzter Kraftpopelei funktionieren.

Und ich sag mal so. Der kluge Mensch nimmt nicht mehr nur das aus der gesicherten Schublade, das er ad hoc braucht. Der kluge Mensch denkt vorausschauend und nimmt direkt noch alles, was er in den nächsten Stunden brauchen könnte. Denn Auf und Zu sind nun mit Arbeit verbunden.

1 Kommentar:

  1. Liebe frau Basmati,
    das arme Kind! Was soll sie denn jetzt spielen? Da bleiben doch nur noch Stecknadeln - die, die gerne mal im Teppich verblieben(bei uns, bei Ihnen natürlich nicht!)
    Eine Rolle Gaffatape tut manchmal denselben Dienst und ist künstlerisch noch um einiges wertvoller, so vonwegen Glanz und so.
    Ansonsten viel Spass mit Schubladenverrriegelungsfaltdrückwegundaufklemmen, Sicherheitssteckdosenverschlussichlasse michnichtdrehenunddichnichtstromnutzenmechanismen und weiteren Erfindungen, die Erziehungsberechtigte an den Rand der Verzweifelung bringen und Geschichten erzählen von karmpfartig verdrehten Fingern, und wirklich schlimmen Worten, die den Mündern entfleuchen(während Montage und Demontage, die in der Regel erst gegen Ende der Pubertät erfolgt).
    Liebe Grüße
    die Abschneiderin

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