7. April 2013

15. Brief an Alma

Liebe Alma,

als ich den letzten Brief an Dich schrieb nahm ich an, dass ich diesen Monat endlich von Deinen ersten Schritten in die weite Welt berichten würde. Falsch gedacht, Frau Mama. Du hälst Dich immer noch so lange fest, bis Du in den Armen der nächsten Person oder an einem anderen sicheren Ort angekommen bist. Sicher ist sicher. Aber das macht nichts, das ist mir sogar fast lieber als das ständige Hinfallen manch anderer Kinder. Mach es, wenn es für Dich passt, das ist ein guter Ansatz!

Doof ist bloß, dass Wanderausflüge immer noch ein bisschen schwierig sind, denn wer nicht läuft, kann sich auch nicht warm laufen. Und so hast Du ganz schön gefroren, als wir neulich einen Tragerucksack ausprobiert haben. Wir sind dann schnell ins Restaurant an der Talsperre geflüchtet, wo wir uns bei heißem Tee und Würstchen aufgewärmt haben. Ansonsten findest Du es aber ganz schön dufte, wenn wir Dich durch die Gegend tragen, denn von dort oben hast Du einen super Ausblick und kannst uns direkt ins Ohr quietschen. Und ständig bespaßt Dich der andere Elternteil und macht Spökes, das ist anscheinend super. Auch hier wieder der subtile Hinweis: bitte bleib so klein und zart, damit wir Dich noch lange tragen können.


Heute waren wir im Zoo. Und genau wie ich findest Du die Ziegen im Streichelzoo völlig überflüssig. Was soll das denn? Die könnten doch gefährlich sein? In das Gehege geht doch nur rein, wer sonst nichts mit sich anzufangen weiß. Da sind wir lieber schnell wieder rausgegangen, unter dem Gelächter Deines Papas. Viel toller fanden wir beide die Pinguine, auch wenn die wirklich komische Geräusche machen.

Du magst auf einmal sehr gerne Marmeladenbrote. Das kann zum Einen daran liegen, dass Du gerne süß ist, auch wie Mama, zum Anderen am Essen an sich. Denn alles, was man selber matschen kann, ist toll.


Als sportliches Mäuschen war Dir klar, dass Du nach dem Ende des Babyschwimmkurses auf jeden Fall weiter eine Wassersportart ausüben musst und so meldeten wir uns für den Kleinkindschwimmkurs an. Du bist zwar die allerkleinste, sowohl körperlich als auch vom Alter her, aber das macht Dir nichts. Und dass man vom Beckenrand springen kann, anstatt nur die anderen Kinder anzustarren oder auf dem Popo bis ins Wasser zu rutschen, wirst Du schon noch lernen. Hauptsache, es wird am Ende getaucht, das macht Dir einen Riesenspaß.


Ansonsten versuchen wir beide immer noch, uns an den neuen Rhythmus mit Arbeit, Kinderbüro und Terminen, Terminen, Terminen zu gewöhnen. Das wird mit der Zeit kommen, aber ich bin doch unendlich froh, dass ich das erste Jahr komplett mit Dir zuhause verbringen konnte. Diesen Luxus wünsche ich allen Müttern, denn so abgedroschen es auch klingt: ihr werdet viel zu schnell groß!


Welches Abenteuer erleben wir wohl morgen? Ich bin gespannt, auf jeden Tag mit Dir!

In Liebe,
Mama




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