16. April 2013

Dienstags ans Ende der Welt: Wesertalsperre

Jetzt wo der Frühling doch noch gekommen ist, können wir endlich wieder über die Sonne jammern. Herrlich. Hier mal schnell meine Kurzfassung, weil ich eigentlich ja von drauß vom Walde erzählen will. Also: ojee nix anzuziehen, keine Übergangsschuhe zu dem nichts an Anziehbarem, Sonnencreme, Sonnenbrille vergessen, welcher Hemdblusenkleidschnitt hilft mir aus der Misere, wohin mit all den Eiscremekilos (aber das wurde ja schon hier gelöst, das Problem) und und und.

Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben. Nun zum Wichtigen.

Will man als Kaiserstädtler an die Weser, muss man gar nicht bis nach Bremen fahren. Wir fahren nur ein bisschen nach Süden und schon ist sie da, die Weser. Und damit man sie besser findet, gibt es eine Staumauer, die staut sie auf. Schlau.

An Ostern fuhr die Kleinfamilie Basmati also mit Kind im Rucksack zur Wesertalsperre und wanderte da so vor sich hin.

Fun fact: Die Staumauer ist ganz schön hoch. Deswegen empfiehlt es sich, diese nicht hochzuklettern, sondern mit dem Auto entweder bis zum Wanderparkplatz am einen Ende der Mauer zu fahren, oder bis zum Parkplatz der Taverne am anderen Ende. Der Anfahrtsweg ist der gleiche, denn die Straße führt erst zu Parkvariante eins und dann über die Mauer zu Variante zwei.


Ja und dann kann es auch schon losgehen. Ab mit den Gamaschen an die Beine und mit dem Kind in den Rucksack. Der See will umwandert werden.


Die Wege sind äußerst spaziergängerfreundlich und wenig abenteueraffin, was uns bei der winterlichen Witterung aber entgegen kam.


So ergab sich dann nämlich auch das ein oder andere Foto von Schnee und Eis und Mann und Kind. Idyllisch. Da der Rest der Welt dem Wetterbericht Glauben geschenkt hatte, waren alle schön zuhause beim Osterlammbraten geblieben und überließen und Wald und Flur. Es war herrlich ruhig, nur das Knirschen des Schnees unter robusten Wanderschuhprofilen und das Fehlen des Geräuschs fallenden Schnees.


Wer nicht wandern will, der kann auch radfahren. Ich empfehle dann allerdings das Abwarten der Schneemelze. Diese setzte übrigens ab Mittag ein, es gab Sonne satt und so viel Schneegetaue, dass die Wege teilweise völlig schneebefreit waren. Unvorstellbar, aber wahr.


Rastet man mit Klein- aber noch nicht Laufkind, dann gestaltet sich das Ausruhen ein wenig abenteuerlich, denn immer hat ja einer das Kind auf dem Arm. Trotzdem ergab sich das ein oder andere künstlerisch ambitionierte Winterbild.


Schließlich gab sich die Natur Mühe und posierte winterlich vor sich hin.


Während Wulfhild dann irgendwann ihren Mittagsschlaf hielt, lobten wir ein ums andere Mal die Landschaft.


Gibt man sich dem Eindruck hin, den diese Fotos vermitteln, dann könnte man meinen, dass wir immer nur bergauf gingen. Aber es ging auch schon mal bergab. Ganz echt. Leider waren die bergab-Teile nie da, wenn Wulfhild mal im Arm getragen werden wollte. Ab und an war ihr nämlich der Tragerucksack doch unheimlich und sie wollte uns mal wieder von vorne sehen. Dann ging es immer bergauf. Ob sich Rückschlüsse auf den Schwierigkeitsgrad der Wanderung im Falle des Fehlens eines zu tragenden Kindes ziehen lassen ist ungewiss.


Und dann am Ende: Apfelkuchen. Der ist im Bild selber nicht zu sehen, das zeigt nur das Wasserwerk, dass sich um die 25.000.000 m³ Wasser im Stausee kümmert. Der Apfelkuchen ist weiter links, im Ausflugslokal, direkt neben dem herrlichen Blick über den See.


Fazit: Warum waren nicht schon früher da? Eine hübsche kleine Wanderung, die sich mit Kind hervorragend mesiern lässt, egal ob sich dieses brabbelnd im Tragerucksack, daumennuckelnd im Kinderwagen oder marschierend bei Fuß befindet. Empfehlenswert.

Kommentare:

  1. Ich denke mir den Schnee jetzt mal weg und finde die Bilder schön. Wobei die Eisbilder ja gar nicht so schön wären, wenn´s nicht geeist hätte. Ja, man muss immer das positive sehen!

    Ein sehr schöner Ausflugstipp, Frau Basmati, den ich gerne mal ausprobieren möchte. Wie lange läuft man denn um den See? Bzw. die eigentliche Frage muss lauten: wie sehr bergauf geht es denn?
    Laufen kann ich ja stundenlang, aber sobald mir ein unverhältnismäßig langer Hügel in den Weg kommt, sinkt die Laune schon mal gerne gen Gefrierpunkt. Es steigert selbige auch nicht, wenn ich noch genügend Luft habe, dem Typ neben mir, der immer meint, mich beim bergauf wandern ablenken zu müssen, indem er mich, leichtfüßig neben mir herhüpfend, zulabert, ein zwischen den Zähnen hervorgepresstes "Halt die Klappe!" zuzischen zu können.

    Echt, ich laufe gerne. Am liebsten im Flachland mit leichten Senkungen. Aber ich fürchte, die sind im Venn nicht soooo häufig, gelle?!

    Ich guck mir jetzt einfach mal den Eupener Link an, werde schon was passendes finden!

    Viele Grüße
    Britta

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    1. Die Laufzeit kann ich gar nicht so genau beantworten, das wir ja doch häufiger anhielten, um das Kind zu bespaßen. Und im Schnee sah die Uhr auch immer gleich aus und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, wie lange wir gebraucht haben. Es sind so ungefähr 12 oder 13 km, je nach Strecke, und die Hügel sind derart, dass sie sich lieblich ins Gesamtgefüge einfügen. Nicht lang, nicht steil, nur halt nicht immer flach wie Holland. Schließlich umrundet man einen See, da bleibt alles recht eben. Keine Angst, das wird schon! Und am Ende winkt Apfelkuchen ;-)

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  2. Schön sieht es da aus, aber der Werserblick in Bremen ist auch sehr zuempfehlen *winkmitdemzaunpfahl*
    Aber bald ja in Aachen!
    Liebste Grüße,
    Juli

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  3. Danke für den Apfelkuchen-Tip! Das beste Argument!! :)
    Und die Steigungen klingen human, wird also ausprobiert!

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  4. Danke für den Ausflugstip! Ich denke mit Apfelkuchen und Sonne könnte ich sogar den Mitbewohner dazu bekommen den See zu umrunden ;-)
    Liebe Grüße vom Winterkind

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  5. Die Weser in Bremen ist dann aber auch eine ganz andere.
    Die denkt gar nicht daran die Eifel zu streifen.
    Nix für ungut
    Hilke

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