2. April 2013

Weil sonst wär ja langweilig

Was ich ja so gar nicht empfehlen kann, ist die Durchführung des Plans, das Pfandglasarsenal zum Leergutannahmeautomaten zu fahren, um danach das abgehobene Pfandguthaben in Lebensmittel zu tauschen.

Dazu wird nämlich zunächst das Pfandglasarsenal in den Kofferraum gestellt, das Auto gen Kriegsschauplatz vor dem Feiertag Lebensmittelladen gefahren und auf dem zugehörigen Parkplatz abgestellt. Das Pfandglasarsenal wird dann aus dem Kofferraum gehoben und auf Händen gen Leergutannahmeautomaten getragen, da der Portemonnaie-Check ergab, dass keine Münze zur Einkaufswagenleihe vorhanden ist. Am Leergutannahmeautomaten wird eine Kollegin getroffen, die anstrengenderer Natur ist, aber zur Unterhaltung bis zur Drankommung gute Dienste verrichtet. Nach Abgabe des Leergutarsenals wird der Pfandbon auf dem Weg in den Lebensmittelladen in das Portemonnaiefach der EC-Karte gesteckt, um ja nicht vergessen zu werden.

Doch HALT. Das Portemonnaie ist weg.

Ab hier: hektisches Eilen zurück zum Auto. Erinnerung, dass das Portemonnaie nach Münzen durchsucht wurde. Unterbodencheck des KFZ ergibt: kein Portemonnaie. Der Weg vom KFZ zum Leergutannahmeautomaten wird akribisch abgesucht, erschwert durch hereinbrechende Dämmerung. Der Leergutannahmeautomatenraum wird abgesucht, inklusive Body-Check Befragung der noch anstehenden Leergutbesitzer. Erfolglos. Hektisches Eilen zum Lebensmittelladen, wo aber leider kein Portemonnaie abgegeben wurde. Auch nicht beim Bäcker oder beim Blumenladen. Hektisches Wiederholen der bisher durchgeführten Suchtätigkeiten. Aufsteigende Panik. Hektisches Wiederholen der Wiederholung. Aufsteigende Tränen.

Anruf geek. Aufgebrachte Berichterstattung, deren dringlicher Ton eine sofortige Äußerung eines beruhigenden Lauts erfordert. Mindestens. Stattdessen:
„Weiß ich schon, ein älterer Herr hat gerade Dein Portemonnaie abgegeben.“
Hektisches Entgegeneilen des Hektikhöhepunktes mit anschließender Puddingknieschüttelung und erleichtertem Tränenausstoß.

Ein Schnaps wäre dann gut gewesen, aber ich musste ja noch Autofahren. Und hatte keinen Schnaps im Handschuhfach. Kaufen konnte ich ja keinen, weil wie gesagt: Portemonnaie weg.

Lieber älterer Herr, vielen Dank für die Rückgabe meines Portemonnaies, Sie sind mein Held. Ich würde Ihnen gerne 10 % Finderlohn zahlen, aber da nix im Portemonnaie drin war, kann Ihnen das auch egal sein. Aber meinen herzlichen Dank, mit Blümchen und Glitzer, den haben Sie!

Kommentare:

  1. Wie schön, dass es noch liebe ältere Herren gibt. ;-) Ansonsten kommt mir der Ablauf der Dinge recht bekannt vor, insbesondere die Wiederholung der Wiederholung nebst abschließendem Tränenaustoß ... irgendwie muss das ganze Adrenalin ja schließlich wieder raus ... ich weiß echt nicht wie Männer sowas machen ...
    Liebe Grüße vom Winterkind

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  2. Meine Güte, was für eine spannende "Geschichte"! Sie machen Sachen, tsstsstss.....

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