21. Mai 2013

Dienstags ans Ende der Welt: Das Tal der Blumen

Wer noch überlegt, was er nächstes Jahr zu Pfingsten tun könnte, außer nach Pankow zu reisen, dem sei folgende Wanderung ans Herz gelegt: durch das Tal der Blumen bei Kelmis und Lonzen in Ostbelgien.

Die Kaiserstadt ist ja nicht nur schön an sich, sondern auch nah an Belgien gelegen. Somit liegt es nahe, bei Sonnenschein mal rüberzumachen über die Grenze und durch das Tal der Blumen zu wandern. Dazu fordern übrigens auch jedes Jahr die Zeitungen auf, weil dann die Narzissen blühen, aber man kann das ruhig auch ohne Narzissen machen. Dass man einfach zu spät dran ist, muss ja keiner wissen.


Es empfiehlt sich, die 9 km lange Tour bei gutem Wetter zu wandern, denn es gibt unterwegs keine Einkehrmöglichkeit und Picknickse sind nun einmal bei Sonne schöner als mit ohne.


Wichtig ist auch, die Wanderroute nicht nur als PDF auf dem Handy und dort im Mailprogramm mit sich rumzuführen, denn wie gesagt: man ist in Belgien. Vielleicht klappt das mit der Internetverbindung nicht so gut.


Hat man dann den Weg wiedergefunden, geht es wunderschönst durch lichten Wald und wer trägt hier auf dem Bild den Rucksack mit dicker Wulfhild darin? Die Mutti. Will ich ja nur mal erwähnt wissen.


Wer drei Teller Nudeln schafft, der muss auch irgendwohin mit all den Kalorien und da die Strecke unglaublich eben ist - bis auf den einen kurzen Aufstieg zur Höhe der Eyneburg hinauf - kann man das ein oder andere Kaloriechen ablaufen.


Von den Angstschweißspuren auf meinem Rücken, hervorgerufen durch todesmutiges Überqueren von beviecherten Rinderweiden ohne Zaun zwischen mir und den Hörnern des Todes, schreibe ich hier nichts. Es sei nur gesagt: bin ich froh, dass Zäune erfunden wurden. Und Raketenwanderschuhe, mit deren Hilfe ich im Bedarfsfall hätte fliehen können. Zum Glück war ich auch so immer schneller als das Hufgetier. Rational kann ich in diesen Momenten nicht so gut.


Immerhin ist nach erfolgreicher Querung der letzten Weide mit unberechenbaren Bauernhofbewohnern ein Traktor zu Stelle, der mich und mein Smartphone kurzfristig ablenkt. Denn: I see faces.



Und dann sind wir auch schon wieder an der Eyneburg, die mein dringendes Kuchen- und Kaffeebedürfnis gekonnt ignoriert und mit Geschlossenheit glänzt. Weiß jemand ob die permanent zu hat? Oder lag es an Christi Himmelfahrt?


Immerhin schläft das Kind. Ist aber auch anstrengend, dieses Kilometerreißen.


Zum Abschluss wieder von der Höhe der Eyneburg runter auf Casinoweiherniveau und den letzten Kilometer zurück Richtung Auto.


Blumige Keywords für die Wanderung wären: Narzissen, wäre man zur richtigen Jahreszeit da. Also früher als wir. Galmeiveilchen. Oskarstollen. Hohnbach und Göhl. Mehr mit Ton dazu: beim BRF. Und nicht zuletzt: empfehlenswert, offroadkinderwagentauglich, wenige Höhenmeter und eventuell kein Kuchen im Burgcafé.

Dann mal los.

1 Kommentar:

  1. Ich sollte anfangen, Ihre Ausflugstipps zu sammeln, werte Frau Basmati. Zumal ich hier was von Ebenerdigkeit las. Himmlisch!

    Den einen, den von der Westertalsperre, den hätte ich ja zuletzt beinahe sogar befolgt... wäre da nicht die Begleitung zur Weltrettung abberufen worden, was hieße, dass ich hätte alleine fahren müssen. Nö..!

    Narzissen habe ich letztes Jahr rund um Monschau erwandert. Was soll ich sagen... es war gruselig! Viele, viele fremde Leute hatten die gleiche Idee wie wir und so stampften wir mit einer Horde Naturfreunde durch die Felder und fühlten uns so... belagert. Das geht so nicht!
    Die nächste Narzissen-Wanderung steht also erst wieder im Oktober oder so an. Dann, wenn das gemeine Volk daheim vorm Fernseher liegt und zum Blumengucken einfach ne Vase auf den Wohnzimmertisch stellt!

    P.S. Das zuene Café ist eine Gemeinheit!!! Ist der anschließende Kaffeeklatsch nicht der einzige Grund, warum man sich überhaupt auf den Weg macht?

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