14. Mai 2013

Dienstags ans Ende der Welt: Der Bismarckturm in Aachen

Manchmal weiß man ja nicht richtig was mit sich anzufangen und gegoogelt hat man sich auch schon mehr als genug, also sucht man sich irgendwas zur Beschäftigung. Notgedrungen.

Wir hatten zum Beispiel festgestellt, dass wir äußerst vertraut sind mit a) der Bushaltestelle Bismarckturm und b) dem Hotel-Restaurant Bismarckturm. Denkt man aber mal genau drüber nach, dann fehlt: der Bismarckturm. Denn weder ist das Hotelgebäude ein Turm, noch steht die Bushaltestelle neben einem Turm. Aber irgendwo muss er doch sein.

Ist er auch. Ein bisschen weiter weg, auf der anderen Seite der Straße, und nur zu besichtigen an Werktagen. Nimmt man sich halt mal einen Brückentag. Gesagt getan, und vorher sogar noch ein wenig informiert. Denn wer weiß schon, dass es insgesamt 240 Bismarcktürme zu Ehren des guten alten Schnauzbartes gab? Und dass davon noch 173 stehen? Einer davon sieht so aus:



Der Aachener Bismarckturm steht übrigens auf dem Gelände des Waldfriedhofs, nahe des Eingangs an der Monschauer Straße, wo der hilfsbereite Pförtner bereitwillig den Schlüssel ausleiht.


Bismarcktürme sollten an Otto von Bismarck erinnen und der Aachener Turm tut das seit 1907.


Obwohl keine Feuer auf dem Turm brennen konnten und durften, wie es auf vielen anderen Türmen wohl der Fall war, durfte man nach der Einweihung zu besonderen Anlässen vor dem Turm ein Feuer entzünden. Stattdessen ist oben auf dem Turm ein Krönchen, was ich sowieso hübscher finde. Und beeindruckend, weil 5 m hoch. Hui.


Außergewöhnlich ist die Form, denn die stellt ein B da. B für Bismarck, falls da Fragen aufkamen. Mittig die Büste des Schnauzbartes.



Aber natürlich wollten wir von oben runtergucken, wir sind schließlich Abenteurer. Und das Taschengeld reichte gerade so für einmal 101 Stufen rauf und 101 Stufen wieder runter. Puh, Glück gehabt.


Oben vom Turm hat man einen richtig tollen Rundumblick über Aachen. Auf meinem Bild erkennt man zwar nix, aber sehen kann man so gut wie alles. Wenn man weiß, wonach man sucht.


Falls man also mal in der Gegend ist, sollte man ruhig einen Abstecher zum Turm machen. Er steht inmitten des Ehrenfriedhofs und strahlt eine unglaubliche Gelassenheit aus. Für Turmbesteiger, Friedhofsbesucher, Fotografierer, Geschichtsmöger und Naturgenießer lohnt es sich allemal.


Und damit er sich nicht so einsam fühlt, in Stein gemeisselt alleine im Park, wurden dem guten Bismarck übrigens noch zwei Freunde beigegeben: Helmut Graf von Moltke und Albrecht von Roon (von der Bismarck-Büste aus von rechts nach links). Da gibt es zum Abschluss dann auch noch den Beweis, dass selbst der knallhärteste Politiker ein blumiges Herz hat: rundrum blüht es.


Da haben wir doch wieder was gelernt, sieh mal einer an. Und weiter siehe da: Es gibt sogar eine Internetseite über Bismarcktürme. Hobbies haben die Menschen, unglaublich.

1 Kommentar:

  1. In Dortmund hatten wir auch mal einen. Wurde aber irgendwann für nicht mehr zeitgemäß befunden. Da waren die Denkmalschützer wohl nicht schnell genug...

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