30. Mai 2013

Eine Tasche ist eine Tasche ist ein Pol der Ruhe

Mr. Goldfinger tankt Gas und das ist auch gut so. Bei Wulfhild ist das ja nicht so gut, das mit dem Gastank, denn ab und an wird automatisch aber gerne mit Geräusch ein wenig Überdruck abgelassen und dann wünscht man, man wäre weit weg.

Heute war Mr. Goldfinger schon eine Weile auf Diät, so dass ich den Vormittagsschlaf des Kindeleins nutzen musste, um ins benachbarte Ausland zu fahren. Denn dort ist Gas nicht nur billiger, sondern viel billiger. Volltanken für keine 25 Schekeln, meine Damen und Herren. Gut, Volltanken ist nicht relativ, aber 49 Schekelzent zergehen ebenso auf der Zunge. Nur schade, dass der geek nicht mehr auf dem Nachhauseweg diesen kleinen Tankschlenker einlegen kann oder gar ich, wenn ich aus dem Norden der Kaiserstadt über das andere benachbarte Ausland nach Hause fuhr.

Doch Glück im Unglück. Da ein Warteminütchen einkalkuliert werden muss beim Tanken für wenig Geld Zeit ist auch Geld, aber egal, nutzte ich die Gelegenheit und drapierte wie zufällig den Inhalt meiner Handtasche auf dem Beifahrersitz, um ein Foto für Luzia Pimpinellas Fotoprojekt Beauty is where you find it zu schießen. Das Thema dieser Woche ist nämlich In meiner Handtasche.

Nun gut. Normalerweise liegt die Tasche auf dem Beifahrersitz, hinter dem Fahrersitz, oder im Kindersitz. Je nach Mitfahrersituation. Die Position im Kindersitz ist wichtig, sobald Wulfhild sich für Schusters Rappen entschieden hat und hinter dem Auto herläuft, denn dann klappert da was. Lege ich das allerhöchstens wenige Gramm schwere Täschchen jedoch in den Kindersitz, sitzt alles schnuck und Ruhe im Karton. Hence the bag in the seat.

Heute aber: Tasche auf links über Beifahrersitz. Das sieht dann so aus:


Schaun wir mal.
Wasser gegen das Verdursten, Handcreme gegen die rauhen Hände und gegen die Einsamkeit eine klingelnde Maus. Falls die sich mal daneben benimmt und schmollt, kommt der kleine Panda ins Spiel, der gibt nämlich nie Widerworte, schon aus Angst wieder in der Tasche zu landen. Der Regenschirm ist in diesem Frühling ja Daueraccessoire. Dann sehe ich zwei Brillenputztücher, denn wenn ich schon mal außer der Reihe meine Kontaktlinsen zuhause lasse, dann ist mit tausendprozentiger Sicherheit die Brille mit Kinderfingerabdrücken übersäht. Für den Fall, dass man mal wo dumm rumwarten und gerade keine Fotochallenge zum Abarbeiten hat, gibt es die Nagelfeile. Und sind die Nägel wieder hübsch, kann man sich dem Gesicht zuwenden und das Makeup auffrischen. Ich mag Pröbchen. Die Pröbchenliebe beschehrte auch das Blasenpflaster und die Schuhcreme, wer weiß wann die noch gebraucht werden. Die Desinfektionstücher sollten eigentlich Teil eines Neugeborenenwillkommenspäckchens werden, aber Wulfhild brauchte die dann doch dringender, neulich im Virenherd. Ein Pflaster brauchten wir da aber nicht, deswegen ist das noch da. Ach, das Steckdosenteil des Handyladegeräts hab ich ganz übersehen, das liegt da, weil ich kurz vor Abfahrt Richtung Tankstelle noch schnell das Ladekabel einsteckte, das nun im USB-Anschluss des Radios steckt. Kopfhörer sind immer dabei, weil sich die Gelegenheit für eine Hörbuchminute ergeben könnte und Taschentücher, Schlüssel und Geld braucht man ja sowieso. Und ganz vorne links, da sind zwei Schaumstoffscheiben, die hoffentlich bald das Klapperproblem des Kindersitzes lösen. Denn der geek hat keine Handtasche, die auf dem Weg zur und von der Arbeit für Ruhe sorgen kann und ist doch gleichzeitig derjenige, der momentan am meisten mit Mr. Goldfinger auf Männertour geht.

Ich fasse zusammen: nur das Nötigste. Und vielleicht ein bis zwei Extras.

Mehr Taschen voller unentbehrlicher Extras: hier.

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