28. Mai 2013

Es liest sich so

Und es begab sich so, dass ein Kindelein im Krankenhaus sein sollte und die Mutter noch dazu. Zum Glück ist das vorbei, alles tippitoppi, aber ich hab mich gedanklich viel mit E-Book-Readern, Tablets und meinem Smartphone beschäftigt. Denn

a) es gibt auf der Säuglings- und Kleinkinderstation keinen Fernseher. Gott bewahre dass ich da je länger als 55 Stunden verbringen muss.

b) es gibt ansprechende Klappbetten für die Muttis oder Vatis, die beim Streichhölzerziehen anscheinend das Kürzere gezogen haben und die Nacht mit der Brut in einem Zimmer schlafen müssen. Diese Betten sind tagsüber einzuklappen, woraufhin man auf ungepolsterten Stühlen endet. GottseiDank wurden wir in der ersten Nacht sowieso alle zwei Stunden geweckt, um per Taschenlampe Wulfhilds Pupillenreaktion zu testen. Unlustig das ist.

c) es gibt keine Leselampen nah den ansprechenden Klappbetten, die für den unwahrscheinlichen Fall dass die Brut doch einschläft, das Lesen erlauben. Deckenfluter oder Dunkelheit. Gott bewahre dass ich je in der Polarnacht dort lande.

d) bis f) fallen mir gerade nicht ein, aber auf das Fazit kommt es ja an.

Fazit:

Ich brauche eine technische Lösung für das Buchproblem in solchen Fällen. Diese Lösung muss, anders als ein Buch, Lesen ohne Licht erlauben. Denn das Kind soll ja schlafen. Sich gesund schlafen ist ja nicht nur so einen Floskel. Die Lösung muss leicht sein, weil ich doch keine Unterarme aus Stahl habe, die ein tonnenschweres Tablet stundenlang auf meinem Sixpack balancieren können. Die Lösung muss auch ein bisschen hübsch sein, weil man schließlich zeigen muss, wer man ist, wenn man so aufeinander hockt mit den Müttern der Fremdbrut.

Außerdem muss die Lösung einen Bildschirm haben, der größer ist als der Briefmarkenbildschirm meine Smartphones. Damit ich mir den nicht direkt vor die Augen kleben muss, um was zu erkennen. Ab einer gewissen Schriftgröße passen manche Wörter nämlich nicht mehr auf den Bildschirm und man muss dann im Wort scrollen. Stelle ich mir vor.

Hübsch wäre es, wenn die Lösung nicht so einschränkt. Ich bin aus Prinzip dafür, dass Dinge, die ich kaufe, mir auch gehören. Da bin ich altmodisch. Und geizig, was das Ausgeben von Geld angeht für eine Lösung die es mir erlaubt, Geld für etwas auszugeben, das ich dann nutze. Dann musset auch wat können.

Desweitern muss die Lösung auch ein bisschen mitdenken. Vielleicht will ich ja mehr lesen als nur ein Buch. Was ist, wenn ich einen Blog lesen will? Oder gar alle Feeds, die ich so abonniert habe? Oder googeln möchte, wo das Wort Poliklinik herkommt? Es gibt schließlich viel zu lernen in 55 Stunden.

Vielleicht bin ich mal im Urlaub und nicht im Krankenhaus. Dann fände ich es schön, wenn die Lösung nicht nur WLAN kann. Denn ein WLAN wird sicher nicht per se mitgeliefert. Ich kann mich täuschen, glaube es aber nicht. Ob ich die Lösung dann an den Strand mitnehmen und unter meinem Handtuch liegen lassen möchte, kann ich ja noch überlegen. So wie ich auch noch überlege, was ich in der Badewanne lese.

Und die Lösung müsste mir vom besten Vater aller Wulfhilds dieser Familie geschenkt werden. Das wäre schön. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, was des Rätsels Lösung genau ist und dann. Dann schreib ich das auf meinen Wunschzettel. Ha.

Also? Wie macht ihr das? Old school paper oder geeky gadget? Tablet oder Reader? Welches und warum? Welches nicht und warum nicht? Zufrieden oder auch überlegend?

Kommentare:

  1. Oldschool. Vor allem wegen Haptik - die Möglichkeit Ecken zu knicken, im Buch rumzuschmieren, damit in die Ecke zu pfeffern ist auch nicht ohne Reiz (auch wenn ich es nicht auslebe). Elektronisches Zeugs mag sehr viele Vorteile haben, die ich auch nicht leugnen möchte (um mal schnell ins Internet zu gehen, stibitze ich das Tablet eines der Kinder - aber damit einen Kommentar zu verfassen ist Gottest Strafe). Allerdings machen meine alten Augen nicht unbedingt mit (wobei wenn ich die Stunden fürs Brötchenverdienen nicht am Bildschirm verbringen würde wäre es wahrscheinlich anders).
    Geholfen habe ich wohl nicht ;-)
    Grüße
    Joanna

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  2. iPad. Meine Lösung, seit ich mir für die Kur eins geliehen hatte. Hundert Bücher drauf und immer noch nicht voll, dazu das Internet immer dabei. Genial.
    Und im Gegensatz zu Joanna schmiere ich nicht in Büchern herum. Ich legte Notizzettel rein, die dann rätselhaft verschwinden. Beim iPad ist mir noch nie eine Notiz verloren gegangen. Das Ganze gilt nur für Bücher, die man einmal, vielleicht zweimal, liest und die dann sinn- und nutzlos das Regal füllen. Im Regal ist jetzt endlich mehr Platz für meine geliebten Kunstbände.

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  3. Bisher Papier. Oder augenschädigendes "Tellu' , Wie meine Tochter sagen würde. Der Mann des Hauses liebäugelt aus Augen- und Onleihegründen mit einem Reader. Da gefällt mir grade der Tolino Shine ganz gut. Mal abwarten, ob er einziehen darf.

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  4. Bücher werden analog gelesen!
    Bücher kaufen, besitzen, anfassen, hübsch ins Regal stellen muss sein!
    Für alles andere muss aber auch bald ein Tablet her...Da stimme ich mit deinem Fazit überein.
    Fürs nächtliche Lesen hilft super eine Stirnlampe :D nicht hübsch, aber praktisch. Meine ist dimmbar, kann blinken und leistet auch beim nächtlichen Pipi-machen beim Zelten gute Dienste ;)
    Liebe Grüße

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  5. Eigentlich wollte ich auch alles in einem, aber letzten Endes bin ich bei e-reader und tablet gelandet. Der e-reader ist ein iriver ohne Hintergrundbeleuchtung und liest sich wie eine normale Buchseite. Ich fand die Beleuchtung irritierend. Er ist klein, leicht und passt in die Handtasche. Bei der Mayerschen gab es den mal im Angebot mit der Kundenkarte. Zum lesen wäre mir das Tablet zu schwer, es sei den man kann sich die Firma mit dem Obst leisten.
    Dazu habe ich ein einfaches Tablet ohne UMTS. Zur Not kann ich unterwegs mit Handy als Hotspot ins Internet. Hab ich aber noch nie gebraucht.

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  6. Da ich ein Kind jenseits der Krankenhausbetreuung hab (ich glaub da würde sich eher die Freundin einquarieren) und bei irgendwann folgenden Enkelkindern die Mamas (siehe Deine Schilderung) dort untergebracht wird, kann ich herkömmlich und althergebracht lesen.
    Aber ich bin der festen Überzeugung - allein die Möglichkeit, dass es evtl. eine Fortsetzung des glücklicherweise gut ausgegangenen Aufenthalts geben könnte - solltest Du kurzfristig die Notlösung (die natürlich auch gut aufzuladen ist, weil man ja nie weiß wann die Notlösung eintritt) überlegen.

    Liebe Grüße und danke für den morgentlichen Schmunzler Jacky

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  7. Reader mit so nem Lämpchen!
    Hat sich in der Kur (ebenfalls keine Leselampe) und bei Städtetrips (wenn der Junior im gleichen Zimmer schläft) bewährt. Nicht zu hell, Batterie hält ewig ( s. Kur) und das Lesen ist angenehm.

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