20. Juni 2013

Der Sinn eines Bachelorstudiums

Mir ist schon klar, dass man eigentlich keine Angst haben muss vor einem Gewitter. Zwar werden immer mal wieder Menschen vom Blitz getroffen, aber erstens nicht bei jedem Gewitter und zweitens auch nicht immer mit lebensbeendendem Ausgang. Also gar nicht so schlimm. Besonders wenn man in einem Auto sitzt, da irgendwas mit einem Käfig, Blitz, Metall und sicher und so.

Nun saß ich aber nicht in einem Auto, sondern im Büro. Der Feierabend kam, es gewitterte. Der Feierabend zog vorüber, es gewitterte. Wulfhild musste abgeholt werden, es gewitterte. Es half alles nix. Und dem Schirm konnte übrigens auch nichts passieren, der war nämlich schon kaputt. Also los.

Mir war schon klar, dass ich nicht automatisch wie ein gebratenes Hähnchen auf dem Grillteller des nächstbesten Blitzgottes landen würde. Trotzdem ist die faszinierte Angst, die ich bei Gewitter empfinde, ein bisschen akuter als die Angst vor kribbeligen Krabbelviechern oder brummenden Flugsauriern in Miniaturformat.

Aber ich bin ja schlau. Und die Arbeit am Fußabtreter des Elfenbeinturms hat den Vorteil, dass man einfach das nächste Vorlesungsende abwarten und in der Menge untertauchen kann. Denn trotz meiner unglaublich langen Beine bin ich kürzer als eine ausreichend große Menge Bachelorjünglinge mit schlaksigen Armen und Milchbubigesichtern. Und die eignen sich hervorragend als Blitzableiter.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Weitermachen.

Kommentare:

  1. Ist ja nett, dein Text! Ich weiß, bei Gewitter werde ich auch irrational,
    und dann noch mit Kind, das steigert sich. Gute Lösung gefunden!
    ;-) lG Anna

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