26. Juni 2013

Wenn ich Du wär, wär ich lieber ich

Aber gestern nacht dann nicht nur im Spiel, sondern echt, weil hier war es ganz toll. Beste Unterhaltung. Ich war kurz davor, den geek zu wecken, und ihm davon zu erzählen.

Gegen 4:30 Uhr weinte das Kindelein und die Rabenmutter beschloss, dies zu ignorieren. Denn wo kämen wir denn da hin, wenn ich jedes Mal aufstehen würde, wenn sie beim Umdrehen mit einem der drülfzehn anwesenden Kuscheltiere in einen Territorialdisput verwickelt wird, der tragische Ausmaße annimmt? Und wie sonst auch verstummte das Weinen nach wenigen Sekunden und es kehrte wieder Ruhe ein.

Doch der perfide Eisbär hatte nur darauf gewartet, dass ihre Atemzüge wieder tief und regelmäßig wurde. Dann schlug er zurück.

Gegen irgendwann nach 4:30 Uhr weinte das Kindelein dann wirklich und die Rabenmutter mit dem weichen Herz erkannte den Unterschied zu nur mal so rumquietschen und eilte dem Nachwuchs zu Hilfe.

Mit großen Augen schaute sie mich an, reichte mir seelenruhig das Schnuffeltuch und setzte sich auf, die Arme hoch erhoben. Und Hundeblick. Wie hätte ich widerstehen können? Wollte ich aber ja auch gar nicht, ich steh doch nicht umsonst auf und renne ohne Socken quer durch die Wohnung übers kalte Parkett.

Auf dem Arm kam dann DER FINGERZEIG zum Einsatz. DER FINGERZEIG ist ihre mächtigste Waffe. Das ist nicht nur einfach eine Richtungsanzeige per ausgestrecktem Arm, der in einem schnurgeraden Zeigefinger endet. Nein, DER FINGERZEIG ist mehr als das. Man widerspricht DEM FINGERZEIG nicht. Niemals. Chuck Norris würde eine zittrige Unterlippe bekommen, sähe er sich mit DEM FINGERZEIG konfrontiert.

Ich wurde also höflichst vom Kindelein gebeten, aus dem Kinderzimmer ins Wohnzimmer zu treten. Das Wohnzimmer ist sozusagen die Nachtleuchte des Kindes, da die Schisshasen Vögel mit Licht schlafen und wir einfach die Tür ins Kinderzimmer ein bisschen offen lassen. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und so.

Wir gingen also die zwei Schritte ins Wohnzimmer und weil ich nicht vorhatte, länger als nötig dort zu verweilen, setzten wir uns auf die Sofalehne direkt an Wulfhilds Zimmertür. Direkt neben dem Sofa steht aber der Drehsessel und wer saß auf dem Drehsessel? Richtig. Der Esel. Der Esel ist eine Spieluhr und war bis vor kurzem der beste Freund Wulfhilds, bis diese beim Rumkramen das Schaf fand, welches mit Kirschkernfüllung durchs Leben geht und nun der beste Freund ist. Hence the Esel nicht im Bett, sondern vergessen auf dem Drehsessel.

Und die folgenden 5 Minuten saßen Wulfhild und ich schweigend auf der Sofalehne, sie gefährlich weit über meinen Schoß hinausgebeugt, weil sie den Esel immer rum rum rum Karussel fahren ließ. Könnte sie schon sprechen, hätte sie gesungen.

Auf der grünen Wiese,
steht ein Karussel.
Manchmal fährt es langsam
und dann fährt es schnell.
Einsteigen, festhalten, Türen schließen.
Uuuuuuuuuuund los gehts!

Kommentare:

  1. Der Fingerzeig den hatte ich schon vergessen. Das beherrschten meine beiden auch perfekt. Heute ist es Kopf schief legen und große Augen machen (ich glaube das haben sie sich vom Hund abgeschaut) :)
    Lg Mathilda

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    1. Der Hundeblick kommt beim FINGERZEIG noch nicht zum Einsatz, da sie mit dem starren Blick am Finger entlang die Richtungsanzeige unterstützt. Und das ist gut so, denn noch kann ich so tun, als wäre ich die Regierung, und mich ab und an DEM FINGERZEIG widersetzen. Beim Hundeblick werde ich schwach. Immer :-)

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  2. Chuck Norris würde eine zittrige Unterlippe bekommen... Ich! Schmeiß! Mich! Weg! :-)

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  3. wie genial... das hätte sich genauso auch bei uns abspielen können... Uuuuuuuund los geht's *g*
    Hoffe, ihr seid dann wieder ins Bett gekommen und habt noch etwas Schlaf gefunden.
    LG Sternie

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    1. Ja, nach 5 Minuten Karusselfahrenlassen war alles wieder gut und alle gingen ins Bett :-)

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