6. August 2013

Klebestreifen

Südlich der Kaiserstadt wurde die Teermaschine angeworfen, um die Hauptstraße zu verschönern. Hätte man mich darüber informiert, hätte ich nicht vier Kartons Kindersachen zum Auf dem Speicher meiner Eltern lagern mitgebracht, denn der Weg bis vors Haus war nun von zwei Teerbügelmaschinen und einem Absperrgitter versperrt. Eine kleine Flugblattaktion in der Innenstadt hätte ja ausgereicht, mich rechtzeitig zu informieren. Das sind immer diese städtischen Beamten, die denken dass im Sommer jeder Urlaub hat und verreist ist und sowieso nicht merkt, was da läuft, auf dem Land. Ts.

Ich parkte also in gebührendem Abstand zum Asphalt Manager und ging mich erstmal infomieren. Ob ich denn da überhaupt zu Fuß die Straße überqueren könne, wenn ich in der Seitenstraße direkt vor der Casa LaMama parke. Nein, könne ich nicht, ich würde festbacken. Das klang gelogen, aber ich wollte es auch nicht testen. Also parkte ich final in gebührendem Abstand, nahm die Reisetasche des Ferienkindes auf die leichte Schulter und marschierte los, das Spazierkind an der Hand. Wir kamen langsam voran. Sehr langsam. Denn auch wenn man keine Ahnung hat, was ein Asphalt Manager ist, kann man sehr beeindruckt sein. Und beeindruckt sein und gehen sind zwei nicht kompatible Angelegenheiten. Das weiß ich jetzt, gefühlte achtzig Stunden später.

Nachdem ich Wulfhild abgegeben für zwei Übernachtungen, mein Herz blutet, und die vier Kartons geholt hatte, begann ich mich zu wundern. Wenn ich so eine Straße neu asphaltieren würde, dann würde ich mich damit ein wenig eilen. Denn auch wenn Sommer ist, fällt ja ab und an das ein oder andere natürliche Kompostteilchen von dem ein oder anderen Baum am Weg. Von Staub mal ganz zu schweigen.

Die Asphalt Manager hingegen fuhren einfach weg. Und nun liegt sie da, die untere Hälfte der Straße und wartet auf ihre obere Hälfte. Wann die kommt, weiß ich nicht. Aber bis die kommt, wird die untere Hälfte eventuell voll und ganz unter einer Schicht Blättchen, Körnchen, Steinchen und Ästchen verschwunden sein.

Und dem Lindenklebezeug, das von den Linden am Straßenrand tropft. Aber das ist vielleicht gewollt, damit alles besser hält. Auch die Straßenmeisterei muss sparen.

1 Kommentar:

  1. Ja, das wird pure Absicht sein, vor allem wegen des Lindenklebezeugs. Das nennt sich dann vielleicht "mehrschichtiger gefüllter Strukturasphalt", und das sieht dann auch spannender aus, wenn die obige Schicht nach der Soll-Laufzeit von wenigen Jahren wieder abbröckelt. Glaube ich.

    Grüße von
    Ute

    AntwortenLöschen