7. Oktober 2013

21. Brief an Alma

Liebe Alma,

neulich fragte jemand, wie alt Du denn seist, und ich musste erstmal ein bisschen stammeln bevor ich dann anderthalbalso18nein20Monate sagte. Ist es nicht unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht? Heute bist Du also stolze 21 Monate alt, was so gut ist wie zwei. Fast zwei. Und doch bist Du immer noch mein kleines Mäuschen und auch schon so groß. Unglaublich.

Du schläfst. Wie sich das gehört. Von abends bis morgens. Klar, ab und an musst Du mal ein bisschen Aufmerksamkeit heischen nachts um 3, aber meistens klappt das gute alte beinahe um die Uhr wie früher. Das ist sehr beruhigend, beweist es doch auch die These, dass die Schwierigkeiten im Schlafzimmer vom gigantischsten Entwicklungsschub kamen, den Du je durchgemacht hast. Bisher hielt sich das ja immer in Grenzen. Ein oder zwei Tage mal ein nur auf Halbmast strahlendes Strahlekind und schon war die Sache gegessen. Aber Sprechen lernen und motorisch einen Riesenhüpfer machen war wohl doch ein bisschen anstrengender. Danke, dass das nun vorbei ist.

Du bist ganz schön groß geworden. Es ist ja immer so, dass Deine Hosen alle plötzlich zu kurz sind und die T-Shirts alle plötzlich auf Bauchnabelhöhe enden. Aber das Du jetzt plötzlich an den Kinderwagenschiebegriff kommst, das finde ich dann doch gut. Denn jetzt kannst Du schieben und versuchst nicht mehr, vorne rückwärts zu ziehen. Eine Erleichterung ohne Gleichen.


Und es werden hier plötzlich beeindruckende Duplotürme gebaut, Bauklötze gestapelt und Puzzle gepuzzlet. Denn da muss braucht darf Papa eigentlich nur noch helfen, damit er nicht so traurig daneben hocken muss. Er dankt es Dir im Stillen und ist wahnsinnig stolz auf Dich.


Du bist eine unglaubliche Quasselstrippe geworden. Jeden Tag kommen neue Wörter hinzu und ich bin manchmal ziemlich erstaunt, welche Wörter Dich am meisten beeindrucken. Letzte Woche bekamst Du zum Beispiel ein neues Buch von LaOma, in dem neben ungefähr 70 anderen Bildern auch ein Specht abgebildet ist. PECHT! Als wäre es das wichtigste Wort auf der Welt, ohne das keine Konversation je überleben könnte. PECHT! Aber so weiß ich wenigstens immer, welches Buch Du gerade lesen willst. Denn Lesen ist überraschenderweise Deine neue Leidenschaft, nachdem die ersten 20 Monate Deines Lebens mehr oder weniger ohne Bücher auskamen. Doch jetzt beginnen kinderbürolose Tage mit einer guten Stunde Bücherlesen im Schlafanzug auf unserem Schoß oder mit uns im großen Bett. Oma Inge sieht endlich Hoffnung für Deine kulturelle Bildung.

Weiterhin sehe ich Deine Zukunft in der Transport- und Logistikbranche.


Kein Ausflug ohne das Pukylino. Und Proviant vorne im Körbchen, versteht sich.


Überhaupt mag ich Deinen Sinn für Humor. Kein Tag vergeht, an dem Du nicht wenigstens einmal den Bauklotzeimer auf den Kopf gesetzt und Alma weg! gespielt hast. Und Dich dabei kaputtgelacht hast.


Ich hatte es ja schon letzten Monat angekündigt: wir waren am Meer. Und Du warst ganz schön beeindruckt. Man kann nicht unbedingt von Liebe auf den ersten Blick sprechen, dafür war es wohl zu windig und zu unheimlich, aber beeindruckt warst Du doch. Der viele Sand zum Buddeln hat Dich besänftigt und die vielen THIFFCHEN! und MUTHELN! waren sowie ein Quell ewiger Freude.



Seitdem ist jedes Wasser das MEER!, egal ob es nun ein Bach, ein Teich oder ein See ist. Umso enttäuschender allerdings, dass es nicht überall MUTHELN! gibt. Zum Glück haben wir welche mitgebracht, dann ist wenigstens immer was zum Sortieren und Kramen im Haus.


Mäuschen, ich muss ganz ehrlich sagen: Ich liebe Dein Lispeln. Und alles andere auch. Jeden Tag.

In Liebe,
Mama

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