1. Oktober 2013

Dienstags ans Ende der Welt: das Brackvenn

Denkt man an das Hohe Venn, denkt man an KALT und an MOOR und an BLOSS DIE STEGE NICHT VERLASSEN. Aber nur, wenn man noch nie da war, denn eigentlich ist das Venn noch viel mehr. Hübsch zum Beispiel. Und romantisch. Und vollgestopft mit Natur, das kann einem schon mal auf die Nerven gehen, wenn man vielleicht eigentlich lieber hätte shoppen gehen wollen als nun über Holzstege zu wandern und mal tief durchzuatmen.

Wir waren neulich mit Kind und Kraxe im Brackvenn, aber ich war bisher zu faul, die Bilder von der Kamera zu laden hab vergessen davon zu erzählen. Nun aber.


Wir waren im August da, aber man kann eigentlich zu jeder Jahreszeit sehr schön dort wandern. Auch demnächst im November inklusive Nebel und allem, was man bei Moor so erwartet. Oder halt im August mit Blümsken am Weg.


Apropos Weg: Wulfhild ist fast komplett zu Fuß gegangen, was dank der breiten Stege auch hervorragend geht.


Erfreulicherweise ist der Weg eine kleine Runde oder eine größere Acht, das mag ich äußerst gerne. Seit wir geocachen ist das aber auch ein Relikt der Vergangenheit, denn was wäre eine Wanderung ohne Abstecher zu einem GeoCache? Richtig. Ein verlorener Fußmarsch. Also mal kurz ab vom Weg und dann zurück und weiter.


Ein bisschen erinnert mich die Landschaft an Kanada, wo ich noch nie war. Falls ich es aber nie hinschaffen sollte, dann bastel ich einfach mit Photoshop einen Grizzly und ein wehendes Ahornblatt in eins der Fotos und tue so als ob. Wer wird schon genau hingucken?


Falls übrigens jetzt beim Anblick dieser Fotos jemand wie LaMama in Panik ausbricht, dass Wulfhild doch von den Stegen fallen und im Moor versinken könnte, dem sei gesagt: ist nicht schlimm, es kommt bald jemand. Rechts im Bild.


Und wenn nicht, dann geht man ja nicht in Nullkommanix unter, sondern kann noch ein bisschen die Gegend bewundern.


Oder sich grämen, weil man die Hinweise nicht beachtet hat.


Und nach dem Grämen wieder die Landschaft bewundern.


Vielleicht hat man aber auch Glück und es wird einem bewusst, dass man gar nicht im Moor versinkt, weil man doch nur auf den Steg gefallen ist.Und der ist ja recht breit.


Also aufstehen, Krone richten und weitergehen.


Aber diesmal nicht immer mit der Nase im Wind, sondern ab und an nach dem Weg gucken. Und die Landschaft nur anhimmeln, wenn man stehengeblieben ist. Sicherheit statt Angst.


Fällt eigentlich irgendjemandem auf, dass es ganz schön viel Wasser in diesem Moor gibt? Richtig, gut erkannt. Das hatte ich mir als Kind auch immer anders vorgestellt, aber so ist es da. Viel Pfeifengras, viel Wasser, viele Bäume.


Wir sind an dem Tag übrigens nur die 4 Kilometer der "südlichen" Runde gelaufen, um das Platte Venn herum, die obere Schleife Nahtsief bringt nochmal ungefähr genau so viele Meter Weg, dabei aber eher auf richtigen Wegen als auf Stegen. Was natürlich den Reiz der "südlichen" Runde ausmacht. Zur Erinnerung: Stege.


Und Grün. Und Blau. Und durchatmen.


Für Kinderwagenfahrer kann man die nördliche Schleife unbedingt empfehlen, aber auch die südliche geht fast ganz mit breiten Stegen im Kreis. Wir haben das getestet und sind dann halt irgendwann umgekehrt und haben zurückgeschoben. Übrigens im November, bei Nieselregen und Nebel. Und jetzt mal ehrlich: nach drei Kilometern umkehren und zurückgehen fällt auch keinem auf, wenn man sich strikt nur an der Landschaft auf einer Seite des Stegs ergötzt.

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