7. Dezember 2013

23. Brief an Alma

Liebe Alma,

Deine Männerbekanntschaften häufen sich: im letzten Monat haben sich MARTI, MARTI, HOPP, HOPP! und MÄNNA! in Dein Leben geschlichen.

Erst zu MARTI, MARTI, HOPP, HOPP!, dem guten alten St. Martin. Im Kinderbüro wurden fleißig Laternen gebastelt und ich muss sagen: Chapeau, was ihr mit Euren jungen Jahren schon alles könnt. Ich traue Dir da wesentlich weniger zu als die Bürovorsteherin, aber deswegen bin ich auch vom Basteln entschuldigt. Hochoffiziell, das wird aushäusig erledigt. Und bis August habt Ihr das Klorollen-Basteldiplom, das wurde mir versprochen. Zurück zu Marti.

Gebastelt wurde eine Fischlaterne und man darf jetzt ruhig ein bisschen Aaaah und Ooooh erwarten. Denn beklebt hast Du sie ganz alleine.


Einen Laternenstab hatten wir auch, unüblicherweise in Pink mit Herzen drauf. Den fandest Du viel interessanter als die Laterne, woraufhin Du das ganze Laternelaufen dann nach 4 Sekunden für albern erklärt und nur noch den Stab getragen hast. Da war schließlich das Licht dran, verstehe verstehe.


Toll war, dass Du den ganzen Zug alleine gelaufen bist, wir nehmen zu solchen Veranstaltungen den Kinderwagen ja schon gar nicht mehr mit. Der behindert schließlich nur, denn mit Dir spazieren zu gehen heißt auch Schritt halten. Und zwar wir mit Dir, denn Frollein Stechschritt nimmt keine Rücksicht! Wir hatten zur Sicherheit ein rot-blinkendes Fahrradlicht an Deine Mütze geklippst, so dass wir Dich auch im Dunkeln immer wieder finden konnten. So schlau waren wir beim Übungszug nicht gewesen, aber da hast Du ja auch noch die von mir gebastelte Backuplaterne geschwungen. Der St. Martin selber hat Dich dann auch sehr beeindruckt, wahrscheinlich wegen des Pferdes.


Dein Geburtstagsgeschenk hast Du von uns schon bekommen. Das ist der Vorteil, wenn das eigene Kind noch kein Datum lesen kann. Aber wer so kurz nach Weihnachten Geburtstag hat, dem kann es sowieso egal sein, Hauptsache es gibt eine Eisenbahn. Die ist übrigens noch ein bisschen toller geworden, seit Du weißt, dass man den Duplo-Pinguin (Pinny, der beste Freund. Direkt nach Pinny, dem Stofftier.) auf der Eisenbahn fahren lassen kann.


Der Geschenkvorzug kam dadurch, dass Du dringend neuen, fordernden Spielzeugen ausgesetzt werden musstest. Dein Sprachvermögen explodiert gerade, weswegen wir gestern beim Baby-TÜV auch alle Worte der Kategorie "Welche dieser Worte benutzt Ihr Kind häufig von selbst" ankreuzen mussten, und Du bist bei den Zwei-Wort-Ausdrücken angelangt. Diese auch gerne vorwurfsvoll: "Brauchen nicht!" oder "Voller Sand!" Auch wirst Du unglaublich wütend, wenn Dinge nicht sofort und so funktionieren, wie Du es willst. Da stehen Verständnis, Können und Wollen gerade so was von im Streit.

Bei der olympischen Früherziehung steht weiter Schwimmen hoch im Kurs und wir sind jetzt in den Schwimmkurs für Zwei- bis Dreijährige angekommen. Ein ganz schön aufregender Wechsel, denn Du bist mit Abstand die Jüngste und die anderen Kinder schon ein gewaltiges Stück weiter. Aber das wird nicht lange anhalten! Ihr musstet unter anderem einen Tauchring vom Beckenboden hochheben und dabei komplett unter Wasser verschwinden. Kaum hattest Du verstanden, worum es ging, ging es hoch und runter und hoch und runter und hoch und runter, alles inklusive lustigem Prusten beim Auftauchen. Ich bin so stolz auf Dich, Du kleine Wasserratte!


Und Bücher, davon kann man ja inzwischen gar nicht genug bekommen. Wir haben ein Buch über den Weihnachtsmann gekauft, um das ganze Thema mal anzusprechen, und Du nennst ihn liebevoll Männa. Ich glaube, im Adventskalender, dessen Prinzip Du nach zwei Tagen verstanden hattest und den wir glücklicherweise sehr hoch aufgehangen haben, ist demnächst noch ein Weihnachtsbuch. In dem geht es um den Weihnachtsbaum, so dass wir vielleicht bald mal wieder flott durchs Kapuzinerkarree gehen können, ohne sieben Runden um den dortigen Baum herum. Andererseits ist der wirklich hübsch mit all seinen Lichtern.



Den nächsten Brief schreibe ich Dir zum Geburtstag. Zum zweiten, ist das nicht unglaublich. Dann erzähle ich Dir vom Weihnachtsmann, Deiner neuen Kinderküche und von all den neuen Lieblingsspielsachen, die Deine Freunde und Verwandten mitgebracht haben. Das wird Dir gefallen. Und vielleicht könntest Du bis dahin Deinen Streit mit Handschuhen aufgeben, sonst frieren Dir die Hände nämlich ab und Du kannst die Geschenke gar nicht auspacken. Das wäre doch schade.

Ich wünsch Dir ein tolles zweites Weihnachtsfest!

In Liebe,
Mama



Kommentare:

  1. Liebe Cati Basmati,

    ich bin durch Zufall hier gelandet und lese mich gerade rückwärts. Wenn ich mal Mama bin (dabei bin ich schon kurz vor "Torschluss"), möchte ich auch solche liebevollen und gleichzeitig gewitzen Worte für den Nachwuchs finden. Wirklich wunderwunderschön (und auch rührend *awww*)!

    Viele Grüße,
    Sunny

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