18. Dezember 2013

Drohne

Neulich war ich bei dem Frisör der billiger ist als der, wo ich gerne hingehe, dafür aber einen Termin machen müsste. Und woher soll ich im Vorhinein wissen, wann es Zeit ist, die Haare zu schneiden? Richtig.

Jetzt nur noch mal aufs Wesentliche reduziert: Ich war beim Frisör.

Und weil ich schwanger bin, interessiere ich mich ganz natürlich für die babyrelevanten Bereiche des Frisörinnenlebens. Dass sie z. B. keine eigenen Kinder hat und zur Zeit auch keinen Partner. Dass sie aber die Tochter (schon mal vormerken: es ist die Rede von EINEM Kind) des Expartners fünf Jahre lang großgezogen hat. Dass das schwierig war, weil deren drogenabhängige Mutter ja schwierig ist. Dass die ihre Drogensucht ja nicht mal während der Schwangerschaften im Griff hatte, so dass alle Kinder (hier nun DREI) behindert sind. Dass auch Drogen genommen wurden, während die Kinder im gleichen Raum fernsahen. Dass die Tochter bei den Schwiegereltern dann schon öfter Schoten gebracht hat, die zur großen Erleichterung doch der leiblichen Mutter zuzuschreiben waren. Dass sie (jetzt wieder die Frisörin) noch gar nicht bereit ist für eigene Kinder. Ihre Mutter aber schon (also für Enkel).

Weil ich aber anscheinend nur scheinschwanger bin und mich überhaupt gar nicht dafür interessiert habe, stimmte ich versehentlich dem Angebot des Föhnens zu, nur damit das Geräusch ihr Geplapper ausblendet. Und das, obwohl es wesentlich billiger ist, selber zu föhnen, was sie ja ebenso effektiv hätte verstummen lassen. Vielleicht war das eine Kampfmittelerprobung der US Army: Den Feind mürbe quatschen.

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