5. Januar 2014

Berserkerhusten, der (med.)

Die Angst vor todbringendem Männerhusten ist ja mehr als berechtigt, schließlich ist dieser, wie der Name schon sagt, gerade für Männer äußerst gefährlich. Da legt man sich besser schon mal hin, um zu sterben, wenn man denkt, man könnte einem solchen bald zum Opfer fallen.

Weniger bekannt, aber deswegen nicht weniger gefährlich: der Beserkerhusten. Der ist die Kindsform des todbringenden Männerhustens und eigentlich - neben gefährlich zu sein - sehr unterhaltsam. Der geht nämlich so:

Das Kind hat Husten. Einen halben Tag lang. Nach dem Mittagsschlaf hat es vergessen, dass es ja Husten hat und fängt erst gar nicht wieder an, Duplohauswände zum Einsturz zu bellen. Leider fällt es ihm nachts, wenn es dem Teddy in stiller Zweisamkeit von seinem Tag erzählt, wieder ein. Also hustet es noch ein bisschen, so von elf bis eins. Diese Zeit kann man als Eltern gut nutzen, um sich über völlig andere Dinge aufzuregen, denn nachts steigert es sich bekanntlich hervorragend in alles rein, was reinsteigenswert sein könnte. Die Kinderbetreuung während der Geburt von Kind zwei zum Beispiel.

Am nächsten Tag ist dank interner Wunderheilung des Winterkindes alles vorbei. Was bleibt, sind eingestürzte Duplobauten, beachtliche Erdbebenspalten im Wohnzimmerparkett und verrückte Möbel, da diese bei jedem Donnerhusten ein wenig hochhupften und nicht ganz korrekt zurücksprangen. Was auch bleibt, ist Joe Cocker.

Wulfhild Reibeisen Basmati hört sich an wie wir früher, wenn wir zuviel Whisky durch zu lange Raucherkneipen geschlürft hatten, mit ein wenig Gesang vielleicht und der ein oder anderen Zigarre. Sehr eindrucksvoll

Ich möchte gar nicht wissen, was die nachts so treibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen