20. Januar 2014

Der Kermeter für Anfänger und Fortgeschrittene

Gestern war ich mit der neuen Lieblingskollegin zum Handmade Circus verabredet und weil ich ja nicht schwer heben darf, hatten wir ihren Göttergatten zum Taschentragen eingeteilt. Der geek und Wulfhild sollten zuhause bleiben, um dort auf meinen Heiligenschein aufzupasse. Den darf ich ja auch nicht mehr schwer heben.

Versehentlich sind wir dann aber doch an den Rursee gefahren.

Wie immer ging es nur um den hemmunglosen Verzehr von zu viel Herrentorte, aber auf die subtile Art, sprich mit vorher Wandern. Und ich sag mal so: hätte ich mir mal im Vorhinein das Höhenprofil der Wanderung von Rurberg zum Aussichtspunkt Hirschley und zurück angeschaut. Besser wäredas gewesen.

Versehentlich ging es nämlich erstmal nur bergauf. Sehr viel bergauf. Und dann noch ein bisschen bergauf, diesmal sehr, sehr viel. Da erinnerte ich mich zwischen zwei kurzatmigen Japsern aber zum Glück daran, dass der Göttergatte ja ursprünglich zum Taschentragen eingeteilt worden war und gab ihm meinen Rucksack. Schwer heben und so.

Oben angekommen wurde mir versehentlich ganz kurz schwummerig, aber wer nicht nur im 7. Monat schwanger ist sondern eine Zweijährige dabei hat, ist in der glücklichen Lage, jederzeit ausreichend Verpflegung und tausend Gründe für ein Päuchen dabei zu haben. Frischen Mutes ging es durch Berge voller Raschellaub weiter und alle paar Meter beglückte uns ein neuer Ast, den wir aufhebn und mitnehmen konnten/wollten/mussten/sollten/durften. Die Lieblingskollegin erwies sich übrigens als außerordentlich belastbar was kindliche Vorstellungen angeht.

Zurück zur Wanderung an sich: wer sich den Berg hinaufkämpft, der kommt oben an. Und wird belohnt. Denn der Ausblick vom Aussichtspunkt Hirschley ist ziemlich dufte. Die Ausblicke davor und danach auch, weil man von wirklich weit oben auf den Rursee runter blicken kann, wenn im Winter das Blattwerk den Blick freigibt. Das ist sonst nicht der Fall, weil man zumeist sowieso unten bleibt und durch dichtes Blattwerk auch nichts sehen würde, hätte man sich den Berg hinaufgekämpft. Eine gut gewählt Jahrszeit also, Chapeau an mich sebst.

Ein Foto vom Ausblick bleibt Euch erspart, weil ich ja nicht schwer heben darf. Und kurzatmig bin. Und Herrentorte essen gehen musste. Aber falls Ihr mal in der Gegend seid: husch, husch, rauf auf den Berg. Es lohnt sich. Und im Nachhinein kann man sich noch bilden, was den Kermeter angeht.

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