5. Februar 2014

Biokistenmittwoch

Der Mittwoch ist bei uns ja immer ein Tag voll strahlendem Sonnenschein, mit heiterem Kinderlachen und glücklichen Törtchen, denn: die Biokiste kommt.

Normalerweise kündigt die Rechnung der Vorwoche an, was ab Mittwoch in den Kühlschrank auf den Tisch kommen wird. Ich bestelle dann aus Prinzip weil ich es kann bis Montagmittag alles so um, dass man schon ein Kenner der Szene sein muss, um die Ursprungskiste zu erkennen.

Außer diesen Montag. Diesen Montag betrieb ich Nestbau, was beim zweiten Kind ja grundsätzlich anders abläuft als beim ersten. Beim ersten wird hauptsächlich Platz geschaffen, denn wo bisher zwei glückliche Erwachsene Platz in der kleinsten Hütte fanden, fordert plötzlich ein klitzekleines Wesen schon Wochen vor seiner Ankunft etwas mehr als klitzekleinen Platz. Beim zweiten ist dieser Platz ja schon großzügig erobert und fachmännisch erweitert, so dass eher das Sortieren und Ausmisten im Vordergrund steht. Simplify your life, oder so.

Wir gehen da so vor: alles wird mal in die Hand genommen, hin und her gewogen und abschätzig betrachtet, während das Hirn überlegt, wann man dieses Dings das letzte Mal benutzt hat. Erinnert man sich nicht, kommt es weg. Außer es ist meine Sammlung von Fotoalben, denn nur weil ich da nicht reingucke, heißt es ja nicht, dass ich diese Erinnerungen nicht haben will. Versteht der geek nicht grundsätzlich. Erinnert man sich grob, darf es bleiben, muss aber irgendwo hinten im Schrank sein Dasein fristen. Ist man sich nicht sicher, ob man sich erinnert oder nicht, bleibt es sichtbar aufgebahrt und wird bei ebay Kleinanzeigen eingestellt unter Beobachtung gestellt. Wird es dann versehentlich doch gebraucht, darf es bleiben, wenn nicht: siehe oben.

Und siehe da: den Kreislauf braucht man doch.

Bis ich meinen Kreislauf am Montag allerdings wiedergefunden hatte, unterstützt vom Schlagbohrer des Vertrauens auf der Sanierbaustelle drei Stockwerke unter uns, war die Umbestellfrist vorbei. Und so warten wir nun gespannt darauf, unseren vegetarischen Horizont erweitern zu können. Denn wer weiß schon auf Anhieb, was Posteleinsalat ist? Ich googelte für Euch, dies könnte also fast ein Bioserviceblog werden.

Kommentare:

  1. Hihi, Postelein finde ich aber sehr lecker - da gibt es deutlich schlimmere "was soll ich den damit"-Biokisteninhalte, Topinambur und Schwarzwurzel-Massen sind da meine persönlichen Favouriten :)

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  2. Aha. Na sowas. Hab ich doch ganz aus Versehen noch was gelernt. Muss man ja echt aufpassen. Besonders das Wort Ethnobotanik aus dem Wiki-Artikel hat mich begeistert!

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  3. Postelein ist eigentlich total lecker. Als Salat mit Äpfeln drin. Und schnell gemacht, auch einVorteil. Nur nicht leicht manierlich zu essen, weil die Sosse immer so das Kinn runterläuft...

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