17. Februar 2014

Von der Querung des Bottnischen Meerbusens ohne Ruderer

Vor höchstens drei Jahren langer Zeit dachte ich, dass es doch mal schön wäre, wenn man sich, frisch vom Verlobten getrennt, ein wenig die Welt anschaut. Ich reiste gen Norden, erstmal nach Finnland. Helsinki ist eine wunderschöne Stadt, auch wenn ich nicht genau weiß, wie es unter der Schneedecke aussieht. Tendentiell besuche ich Finnland nämlich immer im Winter. (Note to self: plan a vacation up north in not winter.) Nachdem ich fertig war mit Helsinki im Winter besuchen, bestieg ich eine Fähre nach Stockholm, denn wenn man schon mal skandinavische Hauptstädte besuchen kann, dann sollte man auch den Plural beachten. Mehrere Städte. Es war natürlich auch nicht schlecht, dass Klitzi in diesen Tagen gerade in Schweden studierte und mich bereitwillig bei sich aufnahm. Aber wir hatten ja auch zu tun, es wollten einige Kassetten He-Man gehört und im Auto Zigarre geraucht werden.

Warum ich all das erzähle? Also das war so.

Die Fährfahrt von Helsinki nach Stockholm hatte ich so geplant, dass ich sie mit schlafen verbringen konnte. So war es am günstigsten und stahl am wenigsten Urlaubszeit. Wenn nicht das Schiff gewesen wäre.

Das Schiff war kein Segelschiff. Was ich einerseits gut fand, da ich ja einen gewissen Hang zu Fahrplänen und ihrer Pünktlichkeit habe, andererseits aber auch nicht. Denn wenn ein Schiff kein Segelschiff ist, dann hat es entweder Ruderer oder einen Motor. Auch müssen sowohl Ruderer als auch der Motor die ganze Nacht durchackern, wenn man ordentlich vorankommen will.

Mal abgesehen von dem olympischen Schnarchen meiner Kajütengenossin brachte mich das rhythmische Stampfen des Motors (denn nein, es gab keine durchtrainierten Oben-Ohne-Ruderer, leider) um einen beträchtlichen Anteil meines Schlafs. Es brummte und vibrierte hübsch regelmäßig, aber eben um einiges lauter als ein nichtbrummender Motor, den es normalerweise in meinem Schlafzimmer aber ja überhaupt nicht gibt. Ganz komisch. Wenig erholt kam ich am nächsten Morgen in Stockholm an, aber die eisige Kälte sorgte dann doch schnell für Hallo Wach. Eine Umarmung des Lieblingsbruders sowieso.

Warum ich all das erzähle? Also das ist so.

Im Nachbarhaus, da ist am Wochenende ein pensionierter Fregattenkapitän eingezogen und der hat sich, da er doch von der See nicht ganz lassen kann, einen solchen Schiffsmotor in seine Wohnung einbauen lassen. Direkt neben uns auf der dritten Etage. Zumindest ist das die einzige logische Erklärung, die mir bisher für das Brummen eingefallen ist.

1 Kommentar:

  1. Ich tippe auf eines dieser Gebläse das die feuchten Wände (z.B. nach einem Wasserschaden) trocken legt. So etwas hatten wir schon öfter im Haus (alte Rohre) und dauert meist ein paar Tage. Bis ich wusste woher das Brummen und Vibrieren kommt habe ich mir die wildesten Gedanken gemacht :)
    LG Maike

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