28. März 2014

Schaffe, schaffe, Häusle habe wolle

Wer will denn schon ein Haus mit Garten haben, wenn er in einer Dreizimmerwohnung ohne Balkon wohnen kann?

Ich müsste mir wahrscheinlich jetzt überlegen, was ich morgen im Garten alles abarbeiten möchte, weil das Wetter so schön ist und alles so hübsch sprießt und wächst. Stattdessen fahre ich einfach in den Tierpark oder gehe auf den Spielplatz. Da erledigen andere die Gartenarbeit.

Die Kinder könnten jeder ein eigenes Zimmer haben, aber da Kinderzimmer in Häusern eben oft nicht ganz genau gleich sind, müsste man überlegen, welches Kind für welches Zimmer passt. Stattdessen wohnen einfach beide im kleinsten Raum der Wohnung, der dafür aber beste Sicht auf die Müllabfuhr hat.

Es gäbe Platz für ein Aupair, welches dann auf Wulfhild aufpassen könnte, wenn die Wehen einsetzen und der geek und ich ins Krankenhaus fahren. Stattdessen liege ich jede Nacht von 3 bis 6 Uhr wach, panisch vor Sorge um die Betreuung des Kindes bei nächtens einsetzenden Wehen.

Ich könnte vielleicht ein Nähzimmer haben und müsste andauernd Schnickeldis nähen und Kleidung für mich, meine Kinder und den geek. Stattdessen überlege ich mir ganz genau, was ich wann nähen möchte, da der Maschinenpark ja erst in der Küche aufgebaut werden muss. Und diese dafür mal aufgeräumt werden muss. Das diszipliniert ungemein.

Weil ja jetzt Frühling ist, müsste ich die Terasse mit dem Hochdruckreiniger entwintern, Pflanzenkübel aus dem Keller hochschaffen, die Terassenmöbel mal wieder auf Vordermann schrubben und eine neue Tischdecke nähen. Stattdessen fahre ich einfach in den Tierpark, gehe auf den Spielplatz oder wandere um beliebige Stauseen mit anliegendem Ausflugslokal. Da hat immer schon einer zumindest in der Nähe Kaffee gekocht und Kuchen gebacken.

Da das Haus nicht im Stadtzentrum, sondern eher ländlich liegen würde, ginge ich wohl jetzt in den nächsten Kindergarten, meldete Wulfhild für den Sommer an und gut wäre. Stattdessen schaue ich mir tausende Einrichtungen an, hoffe und bange und belebe mein langweiliges Leben mit der Sorge um die Betreuung des Nachwuchses während unserer Arbeitszeit. Da hat man deutlich mehr davon.

Das einzige Argument, das unschlagbar für ein Haus spricht, ist der Grill, der suprasaisonal im Einsatz sein könnte. Nur einen Schritt über die Terassentürschwelle entfernt. Hach ja, wäre schon schön.

Kommentare:

  1. Ja, und dann diese langweilige Art und Weise, seine Kindelein an die frühlingshaft frische Luft zu bekommen: Terrassentür auf, Kind raus, fertig. Tssss.... Und dann lungern da womöglich noch in der selben verkehrberuhigten Straße Kinder im gleichen Alter, mit denen das Kind dann JEDEN TAG spielen will und kann.
    Wirklich voll langweilig.
    ...
    Aber der Grill, jaaaaa. Der wird hier am Wochenende auch in Betrieb genommen, das stimmt.

    Eines Tages, ganz bestimmt.....
    Liebe Grüße
    Ute

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