12. Mai 2014

12 von 12 Mai 2014

Liebes Leben,

Montage sind ja manchmal einfach nur Montage. Sie beginnen ganz heroisch und dann passiert irgendwas im Hintergrund und am Ende des Tages ist dann gut, wenn Ende ist. Schrieb sie und wischte den umgekippten Milchbecher auf, bugsierte das verquere Kind ins Bett, wischte das übergeschäumte Bier auf, war zu müde um noch irgendwas produktives zu machen und und und. Aber seht selbst.

Es fing mit einem Familienfrühstück an. Ich bin da immer noch ganz optimistisch, dass wir einen vierköpfigen Rhythmus finden, bei dem alle drin vorkommen. Mal sehen. Bisher strande ich oft stillend wieder im Bett, während der geek und Wulfhild sich für ihre jeweiligen Büros fertigmachen, und esse dann doch später alleine, nachdem ich Wulfhild erfolgreich weggebracht habe. Heute allerdings: zusammen. Jetzt alle so: Yeah.


Und jetzt nochmal Yeah, denn der geek brauchte heute Mr. Goldfinger an seiner Seite und brachte somit Wulfhild ins Kinderbüro. Zweisamkeit für Herrn Gandalf und mich. Willkommene Zeit zu zweit im Wachzustand. Auf dem Strampler ist vorne übrigens ein Anker und die Initialen PB. Was ich so interpretiere, dass er Fußballfan ist und sich mit den Paderbornern freut. Der Anker ist in dieser Interpretation allerdings irreführend, das gebe ich zu.


Während Herr Gandalf nach den rituellen Waschungen um Schlaf ringt, telefoniere ich mit den hilfsbereiten Damen des HeleneWeberHauses. Denn auch Zweitgeborene haben Mutter/Vater-Kind-Kurse verdient. Wir pekipsen also ab September, formerly known as Saunapinkeln für U1. Und der geek will den Babymassagekurs für Väter machen, sehr löblich.


Und damit ich endlich das seit August anvisierte Knotenkleid wenigstens mal zuschneide, pauste ich den Schnitt ab. Begleitet vom Protestwinseln Herrn Gandalfs, der die Chance auf fertiggestellte StTrampler schwinden sah. Anstellerei.


Nach der Fütterung des Raubtiers fuhren wir durch den zarten Nieselregenvorhang gen Innenstadt, ein Geburtstagsgeschenk und das Innere des Lieblings-DMs zu kaufen. Wir brauchten wie immer: alles.


Alles kaufen macht natürlich hungrig. Auch die, die nie was kaufen aber alles auffressen. Und weil Essen in Gesellschaft immer leckerer ist, machte ich mir ein paar frische Ravioli. Flott und lecker, so mag ich das zur Zeit. Obwohl ich auch von Stillkeksen und Rhabarberkompott mit Vanillel-Vla leben könnte. Wenn ich müsste.


Das nährende Mal anverdaut schnallte ich mir den größten Zauberer Mittelerdes vor den Bauch und fuhr Wulfhild aus dem Kinderbüro abholen.


Auf dem Rückweg brachten wir das weiter oben erwähnte Geburtstagsgeschenk zur Post und freuten uns, wohlwissend die richtige Filiale der Post gewählt zu haben. Die ohne Schlange. Das Schicksal belohnte diesen Geniestreich mit einem verspäteten Paketabholer, so dass die Chancen nicht schlecht stehen, dass unsere guten Gaben morgen schon in Hamburg sind. Tschakkah.


Gegenüber der Postfiliale mit ohne Schlange verfielen wir der Versuchung und tricksten die Verkäuferin aus. Erst bestellten wir ein einfaches Brötchen - Leibspeise der Wulfhild B. - welches die Verkäuferin uns liebevoll lächelnd schenkte. Beim Entgegenehmen der Brötchentüte brach das Kind dann wie einstudiert auf Kommando in Tränen aus und schluchzte, dass es doch eine Brezel hätte haben wollen. Die bekamen wir also noch dazu, bezahlten sie auch brav und machten uns fluchtartig mit beidem vom Acker. Alle satt, Geld gespart. Wir sind Füchse.


Den Rückweg verbrachte ich mit Visionen von Kirsch-auf-Reisfladen, Quarkrollen, Kirschschnecken und Rhabarberteilchen. Selber schuld. Zur Belohnung, dass ich den Kalorien widerstanden hatte, durfte ich dann ganz viel Wäsche falten. Will sagen: in der Klappbox ins Schlafzimmer stellen, zu den anderen zwei auf Faltung wartende Klappboxfüllungen. Vielleicht geschehen ja noch Zeichen und Wunder.


Und da die Biokiste neulich Steckrüben ins Haus gebracht hatte, wandelte ich fürs Abendessen Tim Mälzers Krossen Schweinebraten mit Steckrüben und Birnen in ein Gedicht mit Bratwurst um. Geht sehr gut, falls das mal jemand ausprobieren möchte.


Was nicht so gut geht, ist Wulfhild in der Kinderwagenwanne. Aber da waren auch schon Milch und Tränen geflossen, so dass uns nichts mehr schocken konnte.


Rückblickend nicht so schlimm. Es war also mehr zwischen den Zeilen, das Drama. Oder die Müdigkeit der Säuglingszeit. Oder die Weinerlichkeit des sich an die Situation gewöhnenden Kleinkindes. Oder die Unzufriedenheit der sich unproduktiv fühlenden Mutter. Oder die Hormone der sich unzulänglich fühlenden Mutter. Wer weiß.

Beim nächsten 12. wird alles besser. Bis dahin könnte man sich mit den Tagen anderer Menschen unterhalten. Finden kann man sie hier.

Kommentare:

  1. Sehr schön, so viel Spaß am Abend! Kann ich noch bis Mitternacht wach bleiben, da jetzt wieder munter gelacht ( wird sich der Herr K. aber freuen ).
    Würde gerne mal tauschen...
    LG
    Astrid

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  2. Erwähnte ich hier schon mal, dass ich deine Zwölf immer lese und liebe?
    Und wenn ich welche verpasst haben sollte (passiert mal), auch den ganzen Abend damit verbringe, die verpassten zu lesen und zu lieben?
    Beim nächsten Zwölften ist Sommer! Und beim Zwölften in einem Jahr sind alle schon gross! Liebe Grüsse!

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  3. Hammer. Wulfhild in der Kinderwagenwanne - ich lache immer noch :D
    Kinder sind so witzig. Die Untermieterin zwängt sich auch noch gern in ihre Babyschale und ist dann immer ein bisschen enttäuscht, dass ich sie NICHT damit durch die Gegend tragend tragen möchte;)

    Geniale 12von12.

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  4. Ich fand dich jetzt furchtbar fleißig, allein das ständige Aus- und Einpacken aller Kinder ist doch tagesfüllend :)
    Schöne Bilder!

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  5. Wow! Du hast Essen GEKOCHT. Mit Gemüse und so. Hut ab!
    Ich habe das unglückliche Farmbaby mit dem einen Arm getragen und mit der freien Hand eine Tüte Backofenpommes aufs Backblech gekippt.
    Ketchup musste Klara sich selber aus dem Kühlschrank holen, ich war mit verzweifeln und schluchzen beschäftigt.
    Es ist zum Fürchten. Hoffentlich kommen bald bessere Zeiten. Ich bin so müde. :-(

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