23. Mai 2014

Und was machen Sie so, nachts?

Als ich um halb vier aufwache, breche ich in innerliches Jubilieren aus, denn da ich vorher nicht aufgewacht bin, hat Herr Gandalf nach abendlicher Zecherei mit der Badewannenkampfsportgruppe die Pupsstunde unruhige Stunde zwischen eins und zwei komplett verschlafen und schläft immer noch. Doch Moment. Wenn er immer noch schläft, dann hat mich ja irgendwas anderes geweckt.

Mein Verdacht fällt auf Wulfhild, die liegt nämlich im Bett und weint. Laut. Ich gehe mal gucken.

"Wulfhild, was ist denn los?"

"Wulfhild weint."

Nach dieser akribischen Zustandsbeschreibung verlangt sie, ins große Bett zu dürfen. Wieder innerliches Jubilieren meinerseits, denn das will sie sonst nie. Das käme ja beinahe auf Kuscheln raus, wo kämen wir denn da hin? Mama ist immer so anhänglich, schrecklich. Aber ich weise vehement darauf hin - man lernt ja aus früheren Fehlern - dass man dann still zu liegen habe. Im großen Bett.

Sie liegt still. Sie liegt sehr, sehr still quer auf meinem Kopfkissen. Ich rolle mich in Embryohaltung am Fußende meiner Bettseite zusammen und jubiliere zur Ablenkung ein wenig darüber, dass Herr Gandalf immer noch schläft. Derweil hustet mir Wulfhild in den Nacken, bleibt aber still liegen.

Und schläft. Das stelle ich fest, als ich um Viertel nach vier wach werde, diesmal durch einen zaghaften Pups von Herrn Gandalf. Ich beschließe, zum Stillen ins Wohnzimmer zu gehen, denn ein 1,40 m breites Bett bietet bei einer Vierpersonenbelegung nicht so optimale Stillbedingungen. Außerdem freue ich mich, zur Abwechslung mal nachts im Kinderzimmer auf der Wickelkommode wickeln zu können, das ist doch bequemer als im Bett.

Und wo ich dann schon mal da bin, kann ich ja auch gleich den schon wieder schlafenden Herrn Gandalf in sein Gitterbett im Kinderzimmer legen und mich daneben in Wulfhilds Bett. 1,40 m Länge reichen völlig, auch für Durchschnittserwachsene. Wenn man sich dann noch diagonal bettet, dann erreicht man bei 90 cm Breite sogar fast eine ausgestreckte Schlafposition. Ich tröste mich damit, dass Wulfhild mich so vielleicht um 6 Uhr nicht findet, weil ich ja nicht in meinem Bett liege. Darüber schlafe ich ein. Und werde auch erst um 7 geweckt, als Wulfhild äußerlich jubilierend neben mir steht und verkündet:

"WULFHILD WACH!"

Kommentare:

  1. Ach ist das schön! <3

    Liebste Grüße von Jenny

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  2. Also, da ist es bei mir im Vergleich ja wirklich grottenlangweilig. Sie Glückspilz, Sie!

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