28. Juni 2014

Auf das deutsche Handwerk ist Verlass

Holt man sich einen Kostenvoranschlag, dann muss man ja auch zwischen den Zeilen lesen. Haben wit gemacht und sind belohnt worden. Denn die zwischen den Zeilen versprochene gute Unterhaltung sowie das Abenteuer wurden als kostenfreie Add-ons tatsächlich geliefert.

Wir hatten anderthalb Tage und 5 Fenster gebucht. Geliefert wurden 4 Tage, 5 Fenster, kiloweise Feinstaub, Putzbröckchen, Enttapezierung, witzige Witzeleien, Campingurlaub und keine Fensterpflegeklausur.

Besonderes Highlight war der Campingurlaub, denn die Nächte 2 und 3 verbrachten der geek und ich vorsichtshalber auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer, was ja ein wenig wie Sturm- und Drangzeit ist. "Vorsichtshalber" heißt in diesem Zusammenhang übrigens "zu faul zum Putzen und pessimistisch was die nahende Fertigstellung der Fensterei angeht". Das Schlafzimmerfenster war ja für Tag 2 geplant, da an Tag 1 dieses noch als Home Office missbraucht wurde. Am frühen Nachmittag von Tag 1 waren also 4 Fenster ausgetauscht, 3 Zimmer und ein Flur geputzt und die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Souls genährt. Dann kam Tag 2.

Bohren und Handwerkern im Schlafzimmer. Fluchen im Schlafzimmer. Mehr Bohren und Handwerkern. Mehr Fluchen. Sehr viel mehr.

Gut gemessen ist halb gewonnen, würde ich sagen. Nicht gut gemessen ist viel zu groß geliefert und so sahen sich die fleißigen Handwerker der Herausforderung gegenüber, was nicht passt passend zu machen. Lief gut. Mehr oder weniger.

Aus einer Laune heraus bestanden wir darauf, dass die faustgroßen Löcher in der Leibung verputzt werden, anstatt diese mit einer Zierleiste zu verdecken. Welche gar nicht zwischen Leibung uns Scharnier gepasst hätten, davon mal ganz abgesehen.

So kommt der Praktikant dazu, an Tag 3 auch mal das Verputzen zu üben. Man nennt das wohl win-win.

An Tag 4 wurde dann noch weiteres wichtiges Handwerk geschlusshandwerkert, aber nun ist alles fertig. Wirklich. Hatte ich die Staubkilos erwähnt?

Wulfhild verlangt vehement die alten Fenster zurück und wir wundern uns, wie viel Lüften auf einmal nötig ist. Das regelte sich früher alles von selbst.

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