13. August 2014

12 von 12 August 2014

Nachdem ich im Juli scheinbar keinen 12. Kalendertag hatte, bin ich froh berichten zu können, dass sich auf unserem Augustkalenderblatt ein solcher befunden hat. Nämlich gestern.

Er begann sehr unschön. Beide Kinder schliefen schlecht, was sich dann in meinem Schlaf potenziert, ich schlief so gut wie gar nicht. Schlafen - Schnuller arretieren - weinendes Kind trösten - durchs Weinen erwachtes anderes Kind trösten - drohenden Hungertod abwenden durch Stillen - brüllendes Kind trösten - wickeln mal zwei - schlafen - weinendes Kind trösten - drohenden Hungertod abwenden durch Stillen - Weckerklingeln. Gut, dass heute der 13. ist und ich berichten kann: war nur eine Phase. In der letzten Nacht wie gewohnt nur ein beinahe Hungertod und sonst nichts. So mag ich das lieber.

Nichtsdestotrotz musste eine Butterbrotdose befüllt werden, da wir ja seit letztem Montag zu den Kindergartenfamilien gehören. Wulfhild isst allerdings kaum je ein Butterbrot im Kinderhaus, so dass ich Obst und Gemüse kleinschnibbel. Weintrauben sind seit jeher beliebt und können durch das Kindelein gar selbst vom Zweig in die Dose geknibbelt werden. Drei dankbar stille Minuten für mich und mein Frühstücksbrot.


Während wir frühstückten, erblickten Herr Gandalfs Augen das Licht des neuen Tages und siehe da: rosa steht ihm ganz hervorragend. Kleine Brüder großer Schwestern haben es farbtechnisch ja etwas schwerer. Er trägts mit Fassund.


Ein bisschen stillen, waschen und wickeln später befinden wir uns an der Bushaltestelle, denn zum Kinderhaus fahren wir gerne mit dem Omnibus. Ich bin schließlich nur ein bisschen ein Logistik-Unternehmen und lasse mich gerne auch befördern.


Dann fand ich mich in der Kindergarteneingewöhnungshölle wieder, denn ich durfte maximal einen Meter vom Kind entfernt sein. Ein Meter und ein Zentimeter? Gebrüll und Geweine. Ich hätte heulen können. Und tat es auche in wenig. Heimlich. Als ich nach einem kompletten Vormittag in der Betreuung endlich wieder zuhause und Wulfhild schlafend im Bett war.


Da durfte ich mir dann auch etwas zu essen machen. Ein Müsli geht immer: schnell, lecker, frisch und gesund. Wird hier von allen gerne gegessen.


Nach dem Höllenvormittag hatte ich mir auf dem Nachhauseweg einen Besuch im Stoffladen gegönnt, da ich weißes Nähgarn brauchte. So im Nachhinein betrachtet, war die Einkaufsliste sehr flexibel. Aber was soll ich sagen? Die Kinder wachsen und die Tage werden kürzer und die Ärmel somit länger. Da will man sich doch wappnen.


Zwei Stunden später fuhren wir zur Kinderbürovorsteherin, wo ich mich ein bisschen ausheulte und Wulfhild dicht an meiner Seite blieb. Gut, dass vor mir ein äußerst großer Kaffee stand. Die Kinderbürovorsteherin weiß schließlich, was mir gut tut. Ein paar Quatschstunden später fühlte ich mich besser und war auch von Herrn Gandalf noch nicht von oben bis unten mit Milch vollgekotzt worden. Man lernt, die kleinen Dinge zu schätzen.


Geschenke gab es bei der Kinderbüronachwuchschefin, 5 Jahre alt: ein Haus neben einem Apfelbaum, der so viele Äpfel trägt, dass die schon runterfallen. Noch Fragen?


Zum Abendessen gab es die Reste der Biokiste, da ja heute Nachschub kam. Es waren noch Champignons, Zucchini und Lauchzwiebeln da. Zusammen mit Grillkäse und Reis ein Leckerschmecker.


Vor den Abwasch hatte das Schicksal das Ausräumen der Spülmaschine gestellt. Doofes Schicksal.


Und dann endlich ich, für 45 Minuten: meine Brother und Krombacher Weizen alkoholfrei, welches - einer unabhängigen Studie durch mich selbst zufolge - das leckerste alkoholfreie Weizenbier ist. Außer, man bekommt Tucher alkoholfrei. Dann sagt die Studie was anderes.


Kurz bevor mir die Augen zufielen, war dann wenigstens eine Hose für Herrn Gandalf fertig, der in den letzten Wochen unglaublich gewachsen ist. Aus dem dicken kurzen Baby ist ein molliges langes Baby geworden. Eine Tino von Jane, mit Krempelbündchen zum Mitwachsen. Heute wandertes sie, mit Milchkotze verziert, direkt wieder in die Wäsche. Eine Freude es ist.


Fazit: es kann nur besser werden. Die Nacht war ja schon besser, der Tag auch, denn ich durfte begleitet von viel Geschrei, Geweine und Gebrüll doch auch mal Wulfhild zurück- und das Kinderhaus verlassen. Das wird noch ein schwerer Kampf, für uns beide. Ich hoffe aber, dass der nächste 12. besser wird. Daumendrücken!

Mehr 12te: hier.

1 Kommentar:

  1. Allein den Tag nachzulesen ist schon anstrengend - Hochachtung!

    Bekomm ich ein größeres Bild von dem Fischstoff für meinen Freitagsfisch? : )

    s Faultier

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