6. Januar 2015

Heute schon an morgen denken

Bekommt man Kinder, sorgt man sich selbstverständlich auch um deren Zukunft. Und so ist es nicht schlecht, heute schon an morgen zu denken und zu überlegen, was man möchte und was nicht. Welcher Zeitpunkt würde sich da geeigneter erweisen als der Beginn des Jahres? Richtig. Keiner. Also los.

Uns war zum Beispiel wichtig, dass die Verfilmung von Wufhilds Leben nicht ganz so offensichtlich ist. Das machte die Sache für Disney zwar etwas billiger, aber für uns immer noch ok. Ich hab mir dann einfach nicht diese Insel gekauft und wir ließen uns von Roberto Geissini die Jacht wegschnappen. Wir kommen auch so klar.

Was ist aber nun anders? Klar, die Verwandlung findet auch nachts statt, aber Wulfhild wird nicht grün und schrecklich, sondern mutiert zum Oktopus. Das klingt auch erstmal niedlich, wenn man das so liest, aber im wahren Leben sorgt man sich doch ein wenig. Um sich selbst. Ähnlich wie das bei Königs ist, denn die sorgen sich ja doch mehr um die Erbfolge im Königreich. Kann man ja nur hoffen, dass da ein sympathischer Kerl im Sumpf lauert, der sie liebt und glücklich machen wird. Hoffe ich auch. Und sorge mich statt der Erbfolge um mein Augenlicht. Denn normalerweise bemerke ich die Verwandlung nicht, doch wenn Wulfhild nachts in unser Bett gekrabbelt kommt – ca. dreimal im Jahr – dann landen ihre spitzen Tentakeln in meinem Auge. Und sie hat sehr viele davon. Einige pieksen sich auch in alle anderen Körperteile oder schaben ganz nah am Ohr des geeks über das Bettlaken, so dass ein ganz leises, nerviges ffffft ffffft ffffft zu hören ist. Andere wippen über uns hin und her, wie Pampasgras im Abendwind. Das ist erstmal nett, weil es ein wenig hypnotisierend wirkt und man hofft, schneller wieder einschlafen zu können. Aber wenn man das erst Mal drauf reingefallen ist und der einen, plötzlich herabschnellenden Tentakel nicht reichtzeitig ausgewichen ist, dann ist man nicht mehr tiefenentspannt, sondern äußerst auf der Hut. Alle Nervenenden angespannt. Sehr zuträglich dem Wahnsinn Einschlafen.

Wenn man übrigens auch dann noch schlau ist, wenn die Handlung des Films schon besprochen ist, dann handelt man keine einmalige Summe, sondern eine Umsatzbeteiligung aus. So eine Trilogie nebst umfangreichem Merchandising ist nämlich gar nicht so unwahrscheinlich, bei solch einer sympathischen Heldin. Und liebeskranken Drachen und Romantik und singenden Eseln.

Und nun: vorsorglich über die Zukunft der kleinen Racker nachdenken und einen Plan in der Hinterhand haben. Wissen, was man will oder auch nicht will. Dann bekommt man auch keine Schnappatmung, wenn Disney anruft. Das sind nämlich auch nur Menschen. Und sie wollen ihr Geld loswerden.

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