2. März 2015

Nur fast nicht mehr

Heute hab ich mir gedacht, ich könnte mich mal selbst frustrieren, und habe kurzerhand meinen Domschlüssel abgegeben.

Es ist ja nämlich so, dass ich herzlich gerne durch die heiligen Hallen flaniere und dem geneigten Zuhörer in charmantem Ton Anekdötchen mit ansprechender Gestikuntermalung präsentiere, aber aufgrund der intensiven Verpflichtungen im Elfenbeinturm gar nicht so häufig dazu komme, dies auch zu tun. Von den Rutschpartien auf Kinderspielplätzen und dem Nahtauftrennen im Kellerverlies fang ich mal gar nicht erst an.

Und deswegen beschloss ich, als ich den Domschlüssel versehentlich beim Kistenauspacken fand, diesen an anderer Stelle aufbewahren zu lassen. Denn dann kann ich ihn auch nicht verlieren, was immer ein Vorteil ist. Aber jetzt stelle ich fest: funny feeling.

Domführer sein ist der schönste Job, den ich in meinen bisherigen 36 25 Lebensjahren hatte. Ich habe ihn ja immer noch, aber eben nur noch ganz selten. Und jetzt auch noch mit Leihschlüssel.

Ich bin jetzt sentimental, esse sehr viel Schokolade und schwelge in Erinnerungen.

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