5. Mai 2015

Es läuft

Mein letzter Monat mit viel Arbeit und wenig Kindelein ist angebrochen. Naja, sagen wir mal: mit vielen Stunden auf der Arbeit, manchmal ist es auch nur Hochleistungskaffeetrinken. Ich freu mich so auf Juni, wenn alles wieder auf die Zerrissenheit zwischen Halbtagsjob, bei dem man gefühlt nichts geschafft bekommt, Hetzen zur Kita und Latte-Macchiato-Nachmittagsprogramm reduziert wird. Denn dann hab ich wenigstens zwischendurch ein wenig Zeit zuhause, in dem ich mal das ein oder andere machen kann, bevor die Kinder ins Bett gehen und ich ermattet auf der Couch liege. Wehe es schimpft jemand, wenn ich ab Juni wieder darüber jammer, dass man ja nichts geschafft bekommt.

Und um das Vollzeitjobgejammere mal kurz zu unterbrechen, bin ich gestern laufen gewesen. Das letzte Mal traf dieser Zustand 2014 auf mich zu, aber ich konnte mich dank Instagram daran erinnern, dass es nach der Geburt des Herrn Gandalf war. Immerhin.

Ich hatte vergessen, wie gut das tut. Schon nach den ersten drei Schritten ist diese Leichtigkeit da, die nach Schritt vier direkt wieder verfliegt, und die Gedanken fliegen. Manchmal muss man doch einfach nur loslaufen und nicht auf der Couch liegen und jammern, dass man so unsportlich und alles so wampig geworden ist.

Da Stolberg gefühlt aus nur Bergen besteht, die aller Logik trotzen und nur bergauf führen, niemals aber bergab, habe ich noch keine Laufstrecke ausfindig machen können, bei der ich nicht erst ins Auto steigen muss. Hinter dem Castle Grayskull gibt es einen alten Steinbruch gone Naherholungsgebiet, wo man, wie ich jetzt weiß, maximal 30 Minuten laufen kann, wenn man nicht alle Wegkombinationen achtmal durchlaufen möchte. Aber bis dahin geht es ganz gut und bietet neben viel Grün und keinem Asphalt unendliche Möglichkeiten, jeden Lauf anders zu gestalten. Mal abgesehen davon, dass man immer nur bergauf, aber nie bergab laufen kann.

Der alte Steinbruch meint es aber gut mit mir und kooperiert im Bereich "heimlicher sportlicher Ehrgeiz". Es gibt da eine Treppe, gefühlte 8547 Stufen hoch. Ungefähr. Drei Ziele:
  1. Ich werde es schaffen, die Treppe ohne Pause hochzulaufen. Das sind ungefähr zwei Stockwerke. Oder drei, gezählt hab ich die Stufen ja nicht.
  2. Ich werde es schaffen, die Treppe ohne Pause hochzulaufen und oben an der Treppe stehen zu bleiben, anstatt japsend auf der letzten Stufe zusammenzubrechen und zu schnaufen. Für 37 Minuten.
  3. Ich werde es schaffen, die Treppe ohne Pause hochzulaufen und oben einfach weiterzulaufen.
Wir sprechen uns im Herbst wieder. Frühestens.

1 Kommentar:

  1. Sie schaffen das!!! Ich drücke die Daumen...
    Die Stolberger Berge scheinen mit dem Wind bei Radtouren verwandt zu sein, der ja auch immer als Gegenwind von vorne kommt - egal, wohin man fährt.

    Liebe Grüße von
    Ute

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