30. Juni 2015

Sechs Wochen werden sehr lang sein.

Als großer Fan der Serie Hell on Wheels bin ich mit den Tücken und Finessen des Eisenachbaus ja bestens vertraut. Trotzdem dauert es eine Weile, bis ich fertig bin mit der Berechnung, was das denn nun genau heißt: 30.000 Schwellen in 6 Wochen.

Noch länger dauert es allerdings festzustellen, dass die Streckensperrung auch meinen Arbeitsweg betrifft. Dessen Streckenführung weitab der gesperrten Strecke liegt, aber was wundere ich mich. Da ich meinen privaten Trans-Sibirienexpress noch nicht habe, bin ich auf die Deutsche Bahn angewiesen. Fail.
Sie fährt ja nicht. Die Deutsche Bahn. Also bemühe ich die App des ÖPNV, die ihre Informationen ungefähr so übersichtlich präsentiert, wie doppelte Buchführung aussehen muss für Menschen, die Tauschhandel betreiben. Es findet sich ein Bus, der in die richtige Richtung fährt. Was nicht bedeutet, dass der Busfahrer nicht zwischendurch einen Passanten nach dem Weg fragen muss. Kann ja nicht jeder ortskundig sein.

Im Büro lerne ich, dass der Fahrplanauskunft des ÖPNV genau ein Bus bekannt ist, der mich zurück gen Heimat bringen kann. Der fährt um 18:46 Uhr. Da ich aber deutlich vorher meinen Halbtagsjob beenden möchte und im übrigen ja auch vorher die Kindelein aus dem Kindergarten abholen muss, wende ich mich wieder der App zu und siehe da: die kennt mehr Busse. Ich finde einen, der mich fast pünktlich abliefert.

Heute morgen sitze ich im gewollt richtigen Bus, da die Fahrplanauskunft zwischenzeitlich deutlich mehr Busse ins Angebot aufgenommen hat. Gut ist, dass ich nicht früher losfahren muss, um später anzukommen. Schlecht ist, dass auf dem Weg vom heimischen Herd in den Bus kein Cappuccino feilgeboten wird. Aber ich schaffe das schon. Und was macht der Busfahrer? Steigt auch mal aus und geht zum Bäcker. Verständlich, morgens kurz nach 8, aber er hätte ja wohl mal fragen können, ob er mir einen Kaffee mitbringen soll.

Verrückt alle.

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