29. Juni 2015

The Fledermaus is in da house!

Wenn alles gut läuft, sind die Kinder abends im Bett und ich sitze entspannt am Nähtisch und rattere vor mich. Will sagen: die Nähmaschine rattert und ich trinke ein Feierabendbierchen oder Hugo. Denn ich habe ja gehugot.

Ich sitze also beschickert da und lasse nähen und wundere mich über das Getrappel kleiner Füßchen. Jetzt ist es zwar so, dass kleine Füßchen in meinem Leben öfters Getrappel veranstalten, aber das ist anders. Hier klingt es nach Tausendfüßlern und die Betonung liegt auf FüßlerN. Plural. Also tausend Tausenfüßler, sozusagen.

Einige gymnastische Übungen am und halb außerhalb des Fensters später hat der geek herausgefunden, dass wir Fledermäusen eine komfortable Herberge bieten . Vorschau auf das Ende des Abends: Internetrecherchen ergeben, dass gerade Brutzeit ist und wir somit vielen tausend Fledermäusen Herberge bieten. Wir sind das airbnb der Fledermauspopulation.

Zurück im hier und jetzt: Zwischen der saunaesquen Holzvertäfelung und the great outdoors sind zumindest zwei Schlupflöcher, die groß genug sind für Minifledermäuse. Gibt es das? Minifledermäuse? Oder sind die immer so winzig? Ich kenne sonst nur Batman, aber der ist vielleicht als Referenz ungeeignet.

Da das Geburtstagsshirt für die zukünftige beste Freundin von Herrn Gandalf noch nicht ganz fertig ist, höre ich demnächst also die Fortsetzung des Tausendfüßlertanzes. Bis dahin hat der geek hoffentlich herausgefunden, dass die Minifledermäuse a) höchstens zwei Kinder bekommen und b) am liebsten mit höchsten 5 Parteien wohnen (10 Fledermäuse habe ich gestern abend aus den Löchern wegfliegen sehen) und c) danach eine neue Herberge suchen und d) niemals wieder an den Ort der Geburt zurückkommen und e) am liebsten direkt in einen von mir dargebotenen Nistkasten für Fledervieh umziehen wollen und f) nicht unter Naturschutz stehen so wie der doofe Specht und g) ihre Hinterlassenschaften höchstselbst als Dünger in meinen Garten schaufeln weil der h) total gut ist für Rosen.

Ich denke, meine Chancen stehen nicht schlecht.

Kommentare:

  1. Fledermäuse sind immer recht klein bis winzig, je nach Art 4-8 cm. Als Fledermausfan kann ich mal ein paar Fragen beantworten (und Illusionen zerstören):
    a) normalerweise gibt es nur ein oder zwei Junge pro Fledermaus. Allerdings leben sie nicht paarweise, wenn ihr tatsächlich eine Wochenstube mit Baby-Fledermäusen beherbergt, sind das alles alleinerziehende Mütter.
    b) in der Regel sind es nur zwei-drei Dutzend, es können aber je nach Art und Platzangebot auch mehrere Hundert werden
    c) und d) der Geburtsort ist unwichtig, aber bewährte Plätze für die Wochenstube werden im Folgejahr gerne für die Aufzucht des nächsten Jungen genutzt
    e) keine Chance, die Mütter lassen die Jungtiere in der Wochenstube für die Jagdausflüge zurück, die nehmen sie beim Fliegen nicht mit, deshalb ist ein Umzug gar nicht möglich, bevor die Kleinen selber fliegen können
    f) Pech gehabt, alle der hier heimischen Arten stehen unter Naturschutz
    g) da sie in der Höhe hängen, stört sie der Dreck am Boden gar nicht. Fledermauskot lässt sich aber problemlos mit einem Besen beseitigen.
    h) möglich, da fehlen mir die Erfahrungswerte
    Ich fürchte, da bleibt wenig anderes, als den neuen Mitbewohnern Toleranz und Geduld entgegen zu bringen. Immerhin fressen sie eifrig Stechmücken...

    LG, Julia

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  2. Dann aber bitte auch mit Bild.
    Die Flasche ist ja richtig hübsch. Bin ganz Herz dafür : )

    s Faultier

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  3. Fledermäuse im Haus, hach, wunderbar! Die bringen bestimmt auch Glück, wie die Schwalben. Dafür machen Fledermäuse weniger Lärm und fliegen einem nicht um die Ohren. Die häufigsten kleinen Fledermäuse sind wohl immer noch die Federfledermäuse (es sei denn, Sie leben direkt am Wasser). Sie könnten beim örtlichen Umweltamt nachfragen, ob die Population in ihrer Gegend bekannt ist. In unserem Kreis gibt es überraschend total spannende Feldermausexkursionen, bei denen der örtliche Umweltamtexperte die "Töne" der Fledermäuse hörbar macht und anhand ihrer Frequenz die Art bestimmt.

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